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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Kollektiver Konsum

Der Konsum ist in erster Linie eine private Angelegenheit einzelner Individuen und Haushalte -- oder? Über diese Sichtweise lohnt es sich nachzudenken. Trifft sie überhaupt zu? Und warum erscheint uns das so? Es gibt genauer besehen viele Gründe zu bezweifeln,...

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Der Konsum ist in erster Linie eine private Angelegenheit einzelner Individuen und Haushalte -- oder? Über diese Sichtweise lohnt es sich nachzudenken. Trifft sie überhaupt zu? Und warum erscheint uns das so? Es gibt genauer besehen viele Gründe zu bezweifeln, dass der Konsum wirklich eine Sache individueller Entscheidung und Autonomie ist. Zunächst einmal sind sehr viele daran beteiligt (z.B. Industrie, Handel, Werbung, Entsorgungsunternehmen usw.). Dann gibt es viele Überschneidungen in den Konsumstilen, die z.B. auf regionale oder kulturelle Traditionen, auf soziale Milieus und Statusgruppen oder aber auf kulturindustrielle Standards (Stichwort: Massenkonsum) hindeuten. Auch kollektive Folgen des Konsums lassen sich nicht leugnen und werden entscheidungsrelevant, wie an der Überfischung der Meere oder am Klimawandel deutlich wird. Nicht zuletzt konsumieren wir oftmals kollektiv, etwa wenn wir ins Theater gehen oder ins öffentliche Schwimmbad fahren. Nicht nur, dass dort auch andere zugegen sind und klatschen oder plantschen, macht diesen Konsum zu einem kollektiven Konsum. Vielmehr können selbst noch die politischen Entscheidungen, ein Theater zu bauen, ein Schwimmbad zu sanieren oder die Straßen dorthin als öffentliche Infrastruktur bereitzustellen und den Unterhalt aus Steuermitteln zu finanzieren, als Form des kollektiven Konsums bezeichnet werden. Und die vielen neuen Sharing-Angebote im Internet sind in dieser Aufzählung noch gar nicht mitberücksichtigt. Im Seminar werden diese kollektiven Aspekte und Formen des Konsums in Augenschein genommen. Dazu werden verschiedene soziologische Theorien besprochen, die einen Beitrag zur Erhellung des kollektiven Konsums leisten können. Das Spektrum reicht hierbei von Analysen der rationalen Entscheidungstheorie zum Allmende-Problem über stadtsoziologische Konzepte und sozialstrukturelle Theorien bis hin zur Akteur-Netzwerktheorie. Aber auch empirische Anwendungsbeispiele werden im Seminar keinesfalls zu kurz kommen. Lamla, Jörn (2013): Verbraucherdemokratie. Politische Soziologie der Konsumgesellschaft. Berlin: Suhrkamp. Voraussetzungen Die Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme sowie Lektüre der Primärtexte wird erwartet. Studienleistungen sind mündliches Referat und Sitzungsprotokoll, die Prüfungsleistung (oder obligatorische Studienleistung) umfasst zudem die schriftliche Ausarbeitung des Referats zu einer Hausarbeit von ca. 15 Seiten. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Die Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme sowie Lektüre der Primärtexte wird erwartet. Studienleistungen sind mündliches Referat und Sitzungsprotokoll, die Prüfungsleistung (oder obligatorische Studienleistung) umfasst zudem die schriftliche Ausarbeitung des Referats zu einer Hausarbeit von ca. 15 Seiten. Uni Kassel WiSe 2013/14 Politik und Wirtschaft Prof. Dr. Lamla Jörn