Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Konrad von Würzburg Kleinere Dichtungen LitWiss 2.1 2.2 2.3
Konrad von Würzburg ist der erste bekannte städtische Berufsdichter. Sein Werk umfasst nahezu alle damals bekannten literarischen Gattungen: (Antiken)Romane, Legenden, geistliche und weltliche Lyrik, Sangspruch und kleinere Erzählungen, die zwar auf literarischen Traditionen beruhen, gleichzeitig aber neue Traditionen begründen....
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Jetzt Lernplan erstellenKonrad von Würzburg ist der erste bekannte städtische Berufsdichter. Sein Werk umfasst nahezu alle damals bekannten literarischen Gattungen: (Antiken)Romane, Legenden, geistliche und weltliche Lyrik, Sangspruch und kleinere Erzählungen, die zwar auf literarischen Traditionen beruhen, gleichzeitig aber neue Traditionen begründen. Mit drei von ihnen wird sich das Seminar vornehmlich beschäftigen. Es sind dies -Heinrich von Kempen-, -Der Welt Lohn-, das -Herzmaere-. Diese Texte können u.U. ergänzt werden um den -Schwanritter- und das -Turnier von Nantes-, das für Konrads Biographie von besonderer Bedeutung ist. Diese Auswahl ermöglicht einen vielfältigen Zugriff auf Autor und Werk. Zum einen soll das gesellschaftliche Umfeld, aus dem heraus Konrad dichtete, in den Blick genommen werden. Kann man den Lebensweg Konrads erschließen, wer waren seine Gönner, in welchen Städten hat er sich aufgehalten, wann nennt Konrad seine Gönner, wann nicht und in welchen Kreisen wurde sein Werk rezipiert? Im -Heinrich von Kempen- werden vor allem historische, soziologische und rechtsgeschichtliche Aspekte zur Sprache kommen, in -Der Welt Lohn- wird einerseits das Motiv der Frau Welt zu untersuchen sein als auch die Verkehrung einer höfischen Ideal- in eine negative Scheinwelt. Deutlicher als in den anderen beiden Erzählungen wird hier auch eine Lehre formuliert, die es zu hinterfragen gilt. Auch im -Herzmaere- muss zunächst dem Motiv des gegessenen Herzen in der europäischen Literatur nachgegangen werden, dann aber auch der Liebestheorie, die hier in einem Kasus durchgespielt wird, den vielen intertextuellen Anspielungen auf die höfische Literatur sowie der Ambivalenz der Figurenzeichnung, die keine eindimensionale Deutung erlaubt.
Text:
Konrad von Würzburg: Heinrich von Kempten, Der Welt Lohn, Das Herzmaere. Mittelhochdeutsch – Neuhochdeutsch. Stuttgart 1986 (=RUB 2855)
Konrad von Würzburg: Kleinere Dichtungen II: Der Schwanritter, Das Turnier von Nantes. Hildesheim 1998.
Zur Einführung bestens geeignet:
Rüdiger Brandt: Konrad von Würzburg. Kleinere epische Werke. Berlin 2000 (=Klassiker Lektüren 2)
Voraussetzungen
Eine aktive Mitarbeit wird von allen SeminarteilnehmerInnen erwartet. Die Sitzungen werden von einem bis drei Studierenden vorbereitet und geleitet. Dazu gehört ein, mindestens eine Woche vor dem Sitzungstermin bekannt gegebenes Thesenblatt, das Ausgangspunkt für die Textarbeit ist. Ergänzend dazu werden vor allem bei den stoff- und motivgeschichtlichen Themen weitere Textzeugen ausgewählt und – wenn möglich – in moodle eingestellt oder als Kopie im Apparat zugänglich gemacht. In der Sitzung können kurze Impulsreferate am Anfang gegeben werden, um in das jeweilige Thema einzuführen, dessen eigentliche Erarbeitung findet aber über eine gemeinsame, diskursive Arbeit mit dem Plenum statt. Von den Diskussionsleitern erfordert dies eine klare Strukturierung der Sitzung, präzis formulierte Thesen und sinnvolle Fragestellungen, für das Plenum ist Textkenntnis und aktive Beteiligung selbstverständlich. Erprobt werden sollen neue Kommunikationsformen über die e-learning Plattform. Die Gruppen können sich dort selbst konstituieren und miteinander über Moodle kommunizieren, Diskussionsplattformen sollen unmittelbaren Austausch ermöglichen, Wikis zur gemeinsamen Arbeit an einem Thema ermuntern. Schriftliche Arbeiten werden eingestellt und dürfen/sollen kommentiert werden. Eine frühzeitige Anmeldung in moodle ist erwünscht.
Leistungsnachweis
Leistungsnachweis:Modularisierte Studiengänge:-
- -Sitzschein- setzt eine aktive Teilnahme in einer Arbeitsgruppe voraus
- Diskussionsleitung mit schriftlicher Ausarbeitung: 2 Cr
- strukturierte Inhaltszusammenfassung des jeweiligen Textes 1Cr
- Thesenblatt zu einem spezifischen Thema innerhalb eines Themenblocks (eine Woche vor der jeweiligen Sitzung abzugeben) 1Cr.
- Semesterarbeit: ca. 15-20 Seiten: 3 Cr.
Scheinerwerb für nicht modularisierte Studiengänge:
- Thesenblatt zu einem spezifischen Thema innerhalb eines Themenblocks (eine Woche vor der jeweiligen Sitzung abzugeben-
- Diskussionsleitung mit Thesenblatt
- Semesterarbeit
Schlüsselqualifikation:
- (Teil-)Übersetzung des -Turnier von Nantes-
- Handschriftbeschreibung cpg. 341, UB Heidelberg mit Powerpoint-Präsentation. Die Handschrift ist digitalisiert: http://diglit.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg341.
überdurchschnittliche Diskussionsleitung mit geschicktem Einbezug elektronischer Medien oder kreativ- innovativer Elemente.
Lerninhalte
Literaturgeschichte des Spätmittelalter
literarischer Wandel
Autorenkonzepte
Literaturgeschichte als Kulturgeschichte
literarische Diskurse
ZielgruppeStudierende im Grundstudium und in der ersten Vertiefungsstufe
FB 02 Institut für Germanistik
Eine aktive Mitarbeit wird von allen SeminarteilnehmerInnen erwartet. Die Sitzungen werden von einem bis drei Studierenden vorbereitet und geleitet. Dazu gehört ein, mindestens eine Woche vor dem Sitzungstermin bekannt gegebenes Thesenblatt, das Ausgangspunkt für die Textarbeit ist. Ergänzend dazu werden vor allem bei den stoff- und motivgeschichtlichen Themen weitere Textzeugen ausgewählt und – wenn möglich – in moodle eingestellt oder als Kopie im Apparat zugänglich gemacht. In der Sitzung können kurze Impulsreferate am Anfang gegeben werden, um in das jeweilige Thema einzuführen, dessen eigentliche Erarbeitung findet aber über eine gemeinsame, diskursive Arbeit mit dem Plenum statt. Von den Diskussionsleitern erfordert dies eine klare Strukturierung der Sitzung, präzis formulierte Thesen und sinnvolle Fragestellungen, für das Plenum ist Textkenntnis und aktive Beteiligung selbstverständlich. Erprobt werden sollen neue Kommunikationsformen über die e-learning Plattform. Die Gruppen können sich dort selbst konstituieren und miteinander über Moodle kommunizieren, Diskussionsplattformen sollen unmittelbaren Austausch ermöglichen, Wikis zur gemeinsamen Arbeit an einem Thema ermuntern. Schriftliche Arbeiten werden eingestellt und dürfen/sollen kommentiert werden. Eine frühzeitige Anmeldung in moodle ist erwünscht.
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Uni Kassel
WS 2008/2009
Germanistik HF
Prof. Dr.
Brinker von der Heyde Claudia