Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Konzepte der Dialektik Platon Cusanus Kant Hegel Kierkegaard
Blockseminar: Vorbesprechung am 27.10.2011 14.00 - 16.00 Uhr NP 1 R. 1306 1. Block: 17.+18.12. 2011 von 09.00 - 17.00 Uhr NP 1 R. 1306 -Nicht-Sein ist-. Mit dieser Feststellung widerspricht Platon (428/427-348/347) dem verehrten Vorgänger Parmenides und markiert damit...
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Jetzt Lernplan erstellenBlockseminar: Vorbesprechung am 27.10.2011 14.00 - 16.00 Uhr NP 1 R. 1306
1. Block: 17.+18.12. 2011 von 09.00 - 17.00 Uhr NP 1 R. 1306
-Nicht-Sein ist-. Mit dieser Feststellung widerspricht Platon (428/427-348/347) dem verehrten Vorgänger Parmenides und markiert damit zugleich den Auftakt für die Geschichte der Dialektik. Während das Ziel eines am Satz vom Widerspruch orientierten Denkens in der Vermeidung von falschen Aussagen und Widersprüchen besteht, versucht dialektisches Denken die Widersprüche auf einer höheren Ebene zu versöhnen. In diesem Sinn versucht Platon in seinem Dialog Sophistes das Sein in seiner Gegensätzlichkeit von Identität und Verschiedenheit sowie Ruhe und Bewegung zu erfassen. In der Frühen Neuzeit wird das dialektische Denken durch vielfältige Aspekte bereichert. Nicolaus Cusanus (1401-1464) entwickelt in seinem Buch Über die belehrte Unwissenheit den Gedanken des -Zusammenfalls der Gegensätze im Unendlichen-, um auf diese Weise den mit rationalen Mitteln nicht denkbaren Gott denkbar zu machen. Immanuel Kant (1724-1804) entwickelt in seiner Kritik der reinen Vernunft eine -transzendentale Dialektik-, um die gedanklichen Fehler der bisherigen Metaphysik aufzudecken. Mit der Behauptung -Das Sein und Nichts sind dasselbe- versucht Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) in der Wissenschaft der Logik die Bewegung des Denkens über die wechselseitige Negation der Gegensätze aufzuzeigen. Der Existenzphilosoph und Theologe Sören Kierkegaard (1813-1855) wiederum thematisiert in kritischer Haltung zu Hegel in seinem Werk Entweder - Oder die Paradoxalität des realen Lebens. Im Vordergrund steht die Alternative zwischen einer ästhetischen und ethischen Lebensweise, die in ihrer Widersprüchlichkeit nicht aufgehoben werden kann, sondern eine Entscheidung verlangt.
Das Seminar versucht, die unterschiedlichen Positionen in der Ausrichtung der Dialektik einsichtig zu machen. Das Verständnis grundlegender philosophischer Begriffe, die Prinzipien philosophischer Interpretation sowie die mündliche und schriftliche Darstellung sollen in eigenen Lernschritten vermittelt werden.
Platon, Der Sophist, griechisch-deutsch, Einleitung, Übersetzung und Kommentar von Helmut Meinhardt, Stuttgart (Reclam 6339) 1990. Nikolaus von Kues, Die belehrte Unwissenheit, Buch I, lat.-dt., hg. von P. Wilpert, Hamburg (Meiner) 1979. I. Kant, Kritik der reinen Vernunft, hg. von J. Timmermann und H. F. Klemme, Phil. Bibliothek Bd. 505, Hamburg (Meiner) 1998. G. W. F. Hegel, Wissenschaft der Logik I und II, Werke in 20 Bänden, Frankfurt am Main (Suhrkamp) 1986. S. Kierkegaard, Entweder - Oder, 4 Bde., Gesammelte Werke, hg. von E. Hirsch u. H. Gerdes, Gütersloh (Siebenstern) 1993-2002.
FB 02 Institut für Philosophie
Uni Kassel
WiSe 2011/12
Philosophie HF
Philosophie
Dr.
Bönker Vallon Angelika