Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Konzepte der Naturphilosophie Plotin Bruno Bacon Schelling
Die Frage, was unter der Natur zu verstehen ist und wie man mit der Natur umgehen soll, beschäftigt die Philosophen von der Antike bis in unsere Zeit. Dabei bilden sich schon in der mythischen Dichtung des griechischen Altertums die entscheidenden...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Frage, was unter der Natur zu verstehen ist und wie man mit der Natur umgehen soll, beschäftigt die Philosophen von der Antike bis in unsere Zeit. Dabei bilden sich schon in der mythischen Dichtung des griechischen Altertums die entscheidenden Motivstränge heraus, welche die Diskussion der Folgezeit prägen: So geht es zum einem um die Durchdring dessen, was die Natur ihrem Wesen nach ist. Zum anderen aber gilt es, den Ursprung der Dinge zu bestimmen und die Frage nach ihrem Werden und Wachstum zu beantworten. Im Rahmen dieser Auseinadersetzung wird durch den Neuplatoniker Plotin (ca. 205-270 ) in der Spätantike eine eigene spekulative Strömung der Naturphilosophie begründet, die beim Prinzip des Einen ihren Ausgangspunkt nimmt. Aus dem Einen gehen im Sinne einer hierarchischen Abstufung Geist und (Welt)Seele hervor, wobei die Natur den Aspekt der Weltseele darstellt, der sich mit der Materie der Dinge verbindet. Die neuplatonische Einbettung des Naturbegriffs in eine strenge Einheits- und Geistmetaphysik wird in späteren Epochen mannigfach aufgegriffen und variiert. So entwickelt der Renaissancedenker Giordano Bruno (1548-1600) auf dem Boden des Neuplatonismus ein Verständnis von der Natur, in dem alle gegensätzlichen Erscheinungen ihre Wurzel in der Einheit haben. In diesem Sinn können weder Weltseele und Materie voneinander getrennt werden, noch einander entgegen gesetzte Phänomene wie Wärme und Kälte ohne den Gedanken ihres einheitlichen Ursprungs begriffen werden. Angeregt von den Vorstellungen Brunos interpretiert Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854) die Naturerscheinungen als Ergebnis eines durchgehenden Kampfes polarer Gegensätze, der sich in einander über- und untergeordneter Stufen realisiert. Freilich lassen sich innerhalb der langwierigen Auseinandersetzung um den Begriff der Natur auch andere Modelle ausmachen, die den rein spekulativen Charakter der neuplatonischen Tradition verlassen. Als Beispiel hierfür soll auf Francis Bacon (1561-1626) verwiesen werden, der – obwohl die Natur immer auch eine gebende Kraft bleibt – dennoch die experimentelle Erforschung und intensive Nutzung der Natur fordert. Literatur:Plotin, Die drei ursprünglichen Wesenheiten (Schrift V,1) in: Plotin, Seele – Geist – Eines, griech.-deutsch, eingel., mit Bemerkungen zu Text und Übersetzung und mit bibliographischen Hinweisen versehen von K. Kremer, Philosophische Bibliothek Bd. 428, Hamburg 1990. Giordano Bruno, Von der Ursache, dem Prinzip und Einen, Aus dem Ital. übers. von A. Lasson, mit einer Einleitung von W. Beierwaltes, hrsg. von P. R. Blum, Philosophische Bibliothek Bd. 21, Hamburg 71993. Francis Bacon, Neues Organon, lat.- deutsch, hrsg. von W. Krohn, 2 Teilbände, Philosophische Bibliothek 400a und 400b, Hamburg 1990. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Bruno oder über das göttliche und das natürliche Prinzip der Dinge, Ein Gespräch, Mit einer Einl. hrsg. von M. Durner, Philosophische Bibliothek Bd. 564, Hamburg 2005.
Weitere Angaben in der Vorbesprechung am 23.10.2008, Raum 1305, Nora-Platiel-Str. 1; Do. 14-16 Uhr.
Blockveranstaltung im Raum 1207, Nora-Platiel-Str. 1.
Sa 22.11.08, 9:00-17:00 Sa, 17.01.09, 9:00 -17:00
So 23.11.08, 9:00-17:00 So, 18.01.09, 9:00 -17:00;
FB 01 Institut für Philosophie
Uni Kassel
WS 2008/2009
Philosophie HF
Dr.
Bönker Vallon Angelika