Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Kunst der Inszenierung Künstliche Körper in Malerei und Fotografie Eine andere klassische Moderne des 20 Jahrhunderts und ihre Folgen bis zur Kunst der Gegenwart
Durch den Medienalltag an digital manipulierte, collagierte oder gänzlich am Bildschirm generierte Bilder vom menschlichen Körper gewöhnt betrachten wir heute die Fotografien, Gemälde und Objekte aus der Zeit zwischen den Weltkriegen des zurückliegenden Jahrhunderts beinahe schon mit dem Blick von...
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Jetzt Lernplan erstellenDurch den Medienalltag an digital manipulierte, collagierte oder gänzlich am Bildschirm generierte Bilder vom menschlichen Körper gewöhnt betrachten wir heute die Fotografien, Gemälde und Objekte aus der Zeit zwischen den Weltkriegen des zurückliegenden Jahrhunderts beinahe schon mit dem Blick von Archäologen. Ist die subversive Macht der artifiziellen Menschendarstellungen der Dadaisten und Surrealisten, der Bauhäusler und neusachlich orientierten Künstlerinnen und Künstler auch im Computer-Zeitalter noch wirksam? Ist es vielleicht gerade ihr Charakter handwerklicher Fertigung, der sie im Vergleich zu digitalen Bildern kraftvoller und widerständiger erscheinen lässt?
Als historische Zeugnisse sprechen die Körper-Bilder ganz anders als die Ideale von expressionistisch oder abstrakt arbeitenden Künstlern von einer gespaltenen Epoche. So zeigt sich zum Beispiel an der Puppe als Artefakt in gemalten oder fotografischen Darstellungen das Menschenabbild als toter Gegenstand, an dem sich einerseits die Macht der Kunst erweist, ihn zu verlebendigen, und an dem andererseits der Künstler die Distanzierung von der Projektion seiner Leidenschaft erprobt. Inwiefern das Spiel von Animation und Distanznahme vor allem eines mit verschiedenen Bildmedien ist und wie es sich als Vorfahre aktueller Bildschirm-Realitäten verstehen lässt, wird ebenso Thema des Seminars sein wie die systematische Analyse einzelner Werke zum Beispiel von Oskar Kokoschka, Giorgio de Chirico, Oskar Schlemmer, Max Ernst, Hans Bellmer und zeitgenössischen Positionen von Louise Bourgois bis Thomas Schütte.
Einführende Literatur: Pia Müller-Tamm/Katharina Sykora (Hg.), Puppen Körper Automaten. Phantasmen der Moderne, Köln 1999
>>Zu den vermittelten integrativen Schlüsselkompetenzen zählen die Auseinandersetzung mit Interpretationsansätzen, der Einblick in die Entwicklung von Wissenschaftsgeschichte, Methodenanwendung, wissenschaftliche Recherche
Bemerkung
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WICHTIG:
Seminare des Studiengangs Kunstwissenschaft sind ab dem Sommersemester teilnehmerbeschränkt. Daher ist eine Online-Anmeldung über HIS/POS zwingend notwendig.
Diese ist im Zeitraum vom 14.3.11 bis einschließlich 6.4.11 möglich.
Ohne eine rechtzeitige Anmeldung und eine entsprechende Platzbestätigung, welche bis zum 10.4.11 erfolgt, ist eine Teilnahme an den Seminaren nicht möglich.
Studierende, welche keine Platzbestätigung erhalten haben, können dennoch zu der ersten Sitzung erscheinen, um evtl. einen Nachrückerplatz zu erhalten.
Die Anmeldung ist nur gültig, wenn die besonderen Teilnahmebedingungen laut Veranstaltungsbeschreibung beachtet werden.
Der Besuch der ersten Sitzung ist obligatorisch, da der Platz ansonsten im Nachrückverfahren vergeben wird!
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Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
SoSe 2011
Kunstwissenschaft
Dr.
Altner Marvin