Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Kunst in Grund und Boden LAND ART zwischen Rigorismus und Ökologie
Bei der Suche nach innovativen medialen Ausdrucksverfahren, erweiterten Wirkungsmöglichkeiten und veränderten Wirklichkeitsbezügen der ästhetischen Praxis entwickelte sich während der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA die Land Art zu einer der maßgeblichen künstlerischen Methoden. Mit ihren rigorosen großformatigen...
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Jetzt Lernplan erstellenBei der Suche nach innovativen medialen Ausdrucksverfahren, erweiterten Wirkungsmöglichkeiten und veränderten Wirklichkeitsbezügen der ästhetischen Praxis entwickelte sich während der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA die Land Art zu einer der maßgeblichen künstlerischen Methoden. Mit ihren rigorosen großformatigen Interventionen in der Landschaft wurde nicht nur Natur als Kontext, sondern als Material entdeckt. Künstler wie Walter De Maria, Robert Smithson, Michael Heizer, James Turrell u.v.a. praktizierten radikale Eingriffe in Grund und Boden, mit denen sich das Individuum zu Natur und Kosmos, zu Vergangenheit und Geschichte ebenso in Beziehung setzen sollte wie zu Technologie und Wissenschaft. Zugleich war mit dem Rückzug dieser aufwändigen Großprojekte in zumeist entlegene Regionen ein Entzug aus den herkömmlichen Rezeptions- und Vermarktungsstrategien gewonnen. Inzwischen sind - insbesondere im europäischen Raum - die aggressiven Umgestaltungsmaßnahmen einem behutsameren, von ökologischem Bewusstsein geprägten Umgang mit der Natur gewichen.
Das Seminar soll in Form von Referaten das Spektrum der Möglichkeiten einer faszinierenden Kunst mit Landschaft zwischen Mythos und Poesie, Ökonomie und Ökologie, spektakulärer Pathosgeste und introvertierter Manipulation nachvollziehbar machen. Ausgehend von einem der bedeutendsten Projekte - Walter De Marias -Vertikalem Erdkilometer- im Kasseler Friedrichsplatz - sollen die wichtigsten Repräsentanten der Land Art in USA und Europa mit ihrem Werkbegriff, ihren Werken und ihren Intentionen erarbeitet, in ihren Bezügen zu den parallelen Kunstformen Minimal Art und Concept Art analysiert sowie hinsichtlich der Aktualität ihrer Positionen befragt werden.
(Referatthemen und Literaturliste zu Semesterbeginn)
BemerkungModulzuordnung: 1 + 8
Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
WS 2008/2009
Kunstwissenschaft
Dr.
Kimpel Harald