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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Kunst Markt

Unter den Bedingungen eines immer stärker kommerzialisierten Marktes ist gegenwärtig ein Paradigmenwechsel im Handel mit der Kunst zu erleben. Längst ist es nicht mehr das qualitätvolle -Meisterwerk-, das peu à peu einen Sammlerwert erlangt, sondern der Markt selbst bringt Strategien...

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Unter den Bedingungen eines immer stärker kommerzialisierten Marktes ist gegenwärtig ein Paradigmenwechsel im Handel mit der Kunst zu erleben. Längst ist es nicht mehr das qualitätvolle -Meisterwerk-, das peu à peu einen Sammlerwert erlangt, sondern der Markt selbst bringt Strategien hervor, die beinahe jedes Produkt zu scheinbar jedem Preis veräußern lassen. Markterfolg und explodierende Preise suggerieren künstlerische Bedeutung. In Form von Art Consultants, Künstlerunternehmern, Art Banking und Sammlermuseen sind in den beiden letzten Jahrzehnten neue Formen des Vertriebs und Marketings entstanden, die die Distributionswege weiter diversifizieren und Kunstwerke renditestark kapitalisieren. Ein weiteres Phänomen bilden die unzähligen Kunstmessen und Biennalen, die sich in vielen Ländern rund um den Globus entwickelt haben. Im Zeitalter der Globalisierung bildet vor allem das Medium Internet eine neue Plattform, um die wachsende und mobile Art Community schnell und weltweit über aktuelle Art Events zu informieren und um neue Vertriebskanäle zu generieren. Zeitgenössische Kunst und ihre Märkte scheinen mittlerweile allgegenwärtig. Sogar Universitäten nehmen -Art Market Studies- zunehmend ins Curriculum auf und bilden zunehmend Kunstmarkt-Experten aus. Über diese Trends im Kunstmarkt jedoch wird oft vergessen, dass die Geschichte des Kunsthandels so alt ist wie die Kunst selbst. Und so wie ein Kunstwerk immer auch materiell gebunden ist, so wird es auch durch ökonomische Interessen und Abhängigkeiten bestimmt. Im Rahmen des Projektseminars setzen wir uns daher zunächst mit der geschichtlichen Entwicklung des Kunstmarktes auseinander. Wann, wo, wie, an und durch wen, warum und zu welchen Bedingungen wurden / werden Kunstwerke verkauft? Welche ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen kommen zum Tragen? In Gesprächen mit außeruniversitären Kooperationspartnern und Kunsthandelsexperten werden wir anschließend in Galerie, Auktionshaus, Kunstmesse, Kunstversicherung und im Museum verschiedene Formen der Bewertung und Kommerzialisierung von Kunst kennenlernen und diesen historisch-systematisch auf den Grund gehen. Durch den hohen Praxisteil und mehrere Exkursionen zu verschiedenen Orten des internationalen Kunsthandels hat das Seminar auch berufsorientierende Funktion. Ziel des praxisorientierten Seminars ist es, Strukturen und Strategien des Kunstmarktes kennenzulernen und historisch verorten zu können. Kunsthochschule Kassel Voraussetzungen & Hinweise: • - unregelmäßige Seminarzeiten (auch Blockveranstaltungen möglich) • - verschiedene Seminarorte (neben der KHS auch Rheinland / Köln / Düsseldorf und CH-Basel), finanzieller Mehraufwand durch mehrere Exkursionen im Mai und im Juni • - hohes persönliches Engagement und zeitliche Flexibilität erforderlich • - von den Teilnehmern wird die Bereitschaft zu verstärkter Teamarbeit erwartet Uni Kassel SoSe 2011 Kunstwissenschaft Dr. Seegers Ulli