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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Kunsttheorie und Künstlerpraxis um 1800 Caspar David Friedrich

-Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.- (Novalis) Was sich in den ausgehenden Jahren des 18. Jahrhunderts bereits in...

Was lernst du wirklich?

Dieses Seminar taucht tief in die Kunsttheorie und -praxis der Romantik um 1800 ein, einer Zeit, in der Künstler wie Caspar David Friedrich die Welt neu interpretierten. Du erfährst, wie diese geistige Bewegung die klassische Rationalität herausforderte und sich in Werken voller Geheimnis, Natur und emotionaler Tiefe ausdrückte. Dabei beleuchten wir, wie gesellschaftliche Umbrüche die Kunst beeinflussten und welche neuen Themen und Ausdrucksformen entstanden.

Das wirst du lernen

  • Die zentralen Konzepte und die philosophische Grundlage der Romantik in der Kunst um 1800 verstehen.
  • Werke von Caspar David Friedrich und anderen wichtigen Künstlern der Epoche kunsthistorisch analysieren und interpretieren können.
  • Die gesellschaftlichen und historischen Einflüsse (z.B. Französische Revolution) auf die romantische Kunstbewegung einordnen.
  • Charakteristische Motive, Themen und Ausdrucksformen der romantischen Malerei, wie "Seelenlandschaften" oder den Rückgriff auf das Mittelalter, erkennen und erläutern.
  • Die Unterschiede zwischen romantischer und klassizistischer Kunst klar benennen und begründen.
  • Die Rolle des Individuums und der Natur in der romantischen Kunsttheorie kritisch reflektieren.

Passende Berufsfelder

Museums- und Galeriewesen (z.B. als Kurator:in)Kulturmanagement und KulturvermittlungKunstjournalismus und -kritikWissenschaft und Forschung (Kunstgeschichte)Verlagswesen und Lektorat im Bereich Kunst und Kultur

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Offizielle Kursbeschreibung

-Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.- (Novalis) Was sich in den ausgehenden Jahren des 18. Jahrhunderts bereits in Literatur (Wackenroder, Tieck, Brüder Schlegel) und Philosophie (Schelling) andeutet, findet in Werken von Caspar David Friedrich (1774-1840) und Philipp Otto Runge (1777-1810) bald auch einen bildkünst-lerischen Ausdruck. Geprägt von den Auswirkungen der Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen, ist die Romantik, die gemeinhin die Jahrzehnte von 1790 bis etwa 1840 umfasst, weniger ein Stilbegriff, sondern bezeichnet vielmehr eine geistige Bewegung bzw. eine besondere Weltsicht. Widersprüchlich erscheint das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, Ideal und Wirklichkeit, Kunst und Leben. Charakterisch für die romantische Wirklichkeitserfahrung sind daher vor allem das Rätselhafte, Geheimnisvolle, Bedrohliche und Abgründige, all dasjenige, was die Regelhaftigkeit und Rationalität der klassizistischen Welt nachdrücklich infrage stellt. Motivisch sind es zunächst die unbeherrschbaren Kräfte der Natur, die im Bild festgehalten werden. Tatsächlich führen die Romantiker vor allem die Landschaftsmalerei zu ungekannten Dimensionen. Neben den stimmungsvollen -Seelenlandschaften- und gefühlsbetonten Porträts ist es auch der Rückgriff auf die Kunst des christlich geprägten Mittelalters, den vor allem die sogenannten Nazarener um Friedrich Overbeck (1789-1869) und Franz Pforr (1788-1812) zur Erneuerung der religiösen Kunst propagieren und in Form einer alternativen Wohngemeinschaft im Kloster S. Isidoro bei Rom zeitweilig auch leben. Kunst als Gottesdienst, lautet hier die Devise. Darüber hinaus werden das Märchenhafte und Phantastische wie auch das Volkstümliche und Nationalistische thematisch. Die Kunst der Romantik findet in den einzelnen Ländern Europas sehr unterschiedliche Ausprägungen; wir konzentrieren uns im Seminar auf die Malerei der Romantik in Deutschland und auf die romantischen (Akademie-)Zentren München, Berlin, Düsseldorf und Dresden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Oeuvre C.D. Friedrichs, an dem -das Romantische- in Kunsttheorie und Künstlerpraxis expliziert werden soll. Nach Möglichkeit werden wir vor Originalen der Neuen Galerie unsere Diskussion fortsetzen (trotz temporärer Schließung der Neuen Galerie wegen Umbaus sind einige Bestände aus der Sammlung des 19. Jh.s gegenwärtig in Schloss Wilhelmshöhe zu sehen). Literaturhinweise zur Einführung: Werner Hofmann, Caspar David Friedrich. Naturwirklichkeit und Kunstwahrheit, München (C.H. Beck) 2000. Ausst. Kat. Essen / Hamburg 2006/07: Caspar David Friedrich - Die Erfindung der Romantik, hrsg. v. Hubertus Gaßner, München (Hirmer) 2006. Kunsthochschule Kassel Uni Kassel WS 2009/2010 Kunst Kunstwissenschaft Dr. Seegers Ulli