Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Literatur Kunst und Ekel
Ekel ist ein elementarer Affekt, der uns schlagartig zu erfassen scheint. Was passiert aber, wenn man anfängt, Ekel zu reflektieren oder versucht, den Affekt in Wort und Bild einzufangen? Dann zeitigen sich paradoxe Effekte. In gehegter künstlerischer Form verliert sich...
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Jetzt Lernplan erstellenEkel ist ein elementarer Affekt, der uns schlagartig zu erfassen scheint. Was passiert aber, wenn man anfängt, Ekel zu reflektieren oder versucht, den Affekt in Wort und Bild einzufangen? Dann zeitigen sich paradoxe Effekte. In gehegter künstlerischer Form verliert sich alsbald die Schock-Wirkung und es tritt vielmehr eine besondere Faszinationskraft des Ekelhaften in den Vordergrund, wie zum Beispiel beim Auftritt von Lady Gaga im Fleischanzug bei einer Preisverleihung. Umgekehrt kann im kulturellen Raum alles ekelhafte Züge annehmen, selbst das Schöne. Immanuel Kant gibt 1764 folgendes Beispiel: -Gesellschaften ohne das schöne Geschlecht sind ziemlich schmacklos und langweilig; allein wenn die Dame darin den schönen Ton angibt […] wird der Umgang ebensowohl langweilig, aber aus einem entgegengesetzten Grunde: weil nichts so verekelt, als lauter Süßigkeit-.
Das Seminar geht der Beziehung zwischen Kunst und Ekel auf verschiedenen Ebenen nach: es verfolgt an ausgewählten Beispielen die Gestaltung des Ekelhaften in Literatur, Film und Kunst wie auch das Nachdenken über das Ekelhafte und seinen Einsatz in den schönen Künsten. Es sollen nicht nur die Transformationen der Figuren und Motive des Ekelhaften und ihres Einsatzes verfolgt, sondern auch die Versuche und Schwierigkeiten der theoretisch-begrifflichen Erfassung des Ekels als zum Phänomen gehörig bedacht werden. Das Seminar vermittelt so ästhetiktheoretische wie literatur- und kunstgeschichtliche Einblicke in das Phänomen des Ekels.
Menninghaus, Winfried: Ekel. Frankfurt a.M. 2002.
Deutsch LPO2003
Technische Universität Dortmund
SoSe 2013
Deutsch BaMa2005
Güsken Jessica