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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar Mediationen der Erde

-The planet is in the species of alterity, belonging to another system; and yet we inhabit it, on loan.- (Gayatri Spivak) Unter anderem durch die Debatten um das Anthropozän und damit zusammenhängender Phänomene wie dem globalen Klimawandel ist in den...

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-The planet is in the species of alterity, belonging to another system; and yet we inhabit it, on loan.- (Gayatri Spivak) Unter anderem durch die Debatten um das Anthropozän und damit zusammenhängender Phänomene wie dem globalen Klimawandel ist in den letzten Jahren eine Figur (abermals) ins Zentrum eines komplexen interdisziplinären Diskurszusammenhangs getreten: die Erde. Im Seminar wollen wir uns eine medienwissenschaftliche Perspektive auf diesen planetaren Oikos erarbeiten. Wir werden dabei von der Arbeitshypothese ausgehen, dass ein Nachdenken über die Erde immer auch zugleich ein Nachdenken über Prozesse der Mediation und der Medialität bedeutet und bedeuten muss. So stellt uns bspw. jene ikonisch gewordene Fotografie, welche die Apollo-17-Mission 1972 von der Erde aufnahm und diese als -blue marble- neubestimmte, exemplarisch vor die Frage, welche medialen Bedingungen unseren Bildern und unserem Wissen von der Erde unterliegen. Ein Themenkomplex wird sich folglich mit der Frage auseinandersetzen, welche Rolle Verfahren und Operationen z.B. der Visualisierung, der Simulation und der Prozessierung für unsere Beziehungen zur Erde spielen. Wir werden uns hierbei u.a. auf medientechnische Dispositive wie Google Earth, die computergestützten Kalkulationen der Metereologie/Klimatologie und sensorische Erfassungssysteme elementarer umweltlicher Prozesse beziehen. Eng damit verbunden stellt sich die Frage, welche theoretischen und zugleich politischen Konsequenzen aus je unterschiedlichen Konzeptualisierungen der Erde resultieren. Welchen Unterschied macht es, ob wir mit der Erde eine holistische Globalität, eine unmögliche Alterität, ein selbst-organisierendes (Kommunikations-)System, ein fragiles, lebendes Heim oder ein zu managendes Öko-System meinen? Schlussendlich werden wir uns auch fragen, Inwiefern die Figur der Erde einen prozessualen, nicht-anthropozentrischen Medienbegriff erfordert? Welche Konzeption von Medialität erlaubt es uns, jenen komplexen Verschränkungen von physikalischen Prozessen, Kapital, Daten, Leben, Materie und Ideen nachzugehen, die das bilden, was wir Erde nennen? Institut für Medien- und Kulturwissenschaft Universität Düsseldorf SoSe 2016 Linsenmeier Maximilian Maria