Uni-Kassel
14. März 2017Seminar mit Exkursion Exkursionsseminar Aufklärung Religion Wissenstransfer das Beispiel Halle mit dreitägiger Exkursion zu den Franckeschen Stiftungen Halle Saale
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gingen Religion und Aufklärung mit der neugegründeten Reformuniversität Universität Halle und den 1689 von August Herrmann Francke eingerichteten Franckeschen Stiftungen eine enge Verbindung ein. Entgegen späteren Einschätzungen intensivierten sich die zwei Geistes- und...
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Jetzt Lernplan erstellenIn der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gingen Religion und Aufklärung mit der neugegründeten Reformuniversität Universität Halle und den 1689 von August Herrmann Francke eingerichteten Franckeschen Stiftungen eine enge Verbindung ein. Entgegen späteren Einschätzungen intensivierten sich die zwei Geistes- und Sozialbewegungen gegenseitig im Hinblick auf ihre gemeinsame Frontstellung gegen alte kirchliche Autoritäten, auf ihre jeweilige Betonung des Diesseits und nötiger Gesellschaftsreformen wie auch hinsichtlich ihrer Gewichtung von persönlicher Erfahrung, Handlungs- und Wissensorientierung.
Die Stiftungen, in denen zeitweise bis zu 2500 Menschen lebten und die nach der Wende in einmaliger Weise restauriert wurden, vermitteln einmalige Einblicke in eine für die damalige Zeit moderne Theologie, Pädagogik und Wissenschaft. Sie beherbergt u.a. die weltweit einzige vollständig erhaltene Kunst- und Naturalienkammer (u.a. mit einem heliozentrischen Himmelsmodell und Natur- und Kulturobjekten aus Fernost), das Stiftungsarchiv sowie die Bibliothek mit einem Altbestand von etwa 50.000 Büchern zu allen Gebieten des Wissens. In unmittelbarer Nähe zu den Stiftungen befindet sich die Marienbibliothek mit einem Bestand von ca. 30.000 Bänden ebenfalls primär aus der Frühen Neuzeit.
Während der Exkursion (17.-19. Juni 2014) lernen die Studierenden beide Institutionen im Rahmen von allgemeinen und Sonderführungen, wie durch die Naturalienkammer, kennen. Im Anschluss bietet sich den Studierenden Gelegenheit, sich intensiv mit ausgewählten Archiv- und Druckmaterialien zu beschäftigen. Mit dem in den vorangegangen sechs Seminarsitzungen erarbeiteten Hintergrundwissen und Interpretationsansätzen sollen Quelleninhalte in Partnerarbeit bzw. in Kleingruppen erschlossen und kontextualisiert werden. Darüber können Studierende notwendige Kompetenzen für die selbstständige historische Forschung ausbilden. Erfahrungsgemäß erhalten die Exkursionsteilnehmer vielfältige Anregungen für die Konzeption von Abschlussarbeiten und für darüber hinausgehende Forschungsvorhaben.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SoSe 2014
Geschichte
Prof. Dr.
Trepp Anne Charlott