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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Modelle des philosophischen Gottesbegriffs Plotin Boethius Thomas von Aquin Wilhelm von Ockham

Die Frage nach Gott ist ein Hauptthema der Philosophiegeschichte. Schon in der Antike werden wesentliche Grundlagen für das Verständnis des Wesens Gottes gelegt und in der Folgezeit vielfältig aufgegriffen und abgewandelt. Innerhalb dieses Prozesses leistet der Neuplatoniker Plotin einen entscheidenden...

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Die Frage nach Gott ist ein Hauptthema der Philosophiegeschichte. Schon in der Antike werden wesentliche Grundlagen für das Verständnis des Wesens Gottes gelegt und in der Folgezeit vielfältig aufgegriffen und abgewandelt. Innerhalb dieses Prozesses leistet der Neuplatoniker Plotin einen entscheidenden Beitrag, insofern er in der Nachfolge Platons Gott radikal mit dem Einen identifiziert, das vor aller Vielheit zu denken ist. Boethius, der „letzte Römer“, steht für den Übergang der „heidnischen“ Spätantike zum Christentum. Im Rückgriff auf den Neuplatonismus versucht er, den christlichen Gedanken der Einheit und Dreiheit Gottes philosophisch zu fassen, die im scholastischen Mittelalter eigens kommentiert wird. Das Mittelalter selbst wird von einer neuen Streifrage beherrscht, die zwischen der dominikanischen und franziskanischen Schule ausgetragen wird. Während der Dominikaner Thomas von Aquin die Vernunft Gottes betont und damit alles Sein an diese Vernunft rückbindet, legt der Franziskaner Wilhelm von Ockham den Schwerpunkt auf den Willen und damit auf die Allmacht Gottes. Damit sind zentrale Fragen der philosophischen Gotteslehre vorgegeben, die weiterhin die Konzeptionen der Neuzeit vorbereiten. Das Ziel des Seminars ist es, anhand ausgewählter Texte die Entwicklung des Gottesbegriffs nachzuvollziehen. Die Anleitung zum Lesen philosophischer Texte und die Übung mündlicher sowie schriftlicher Darstellung bilden einen Schwerpunkt des Seminars und werden in eigenen Lernschritten behandelt. Literaturhinweise: Plotin, Die erkennenden Wesenheiten und das Jenseitige (Schrift V, 3), in: Seele – Geist – Eines, griech.-dt., übers und mit bibliographischen Hinweisen versehen von K. Kremer, Hamburg (Meiner) 1990. Boethius, Die Theologischen Traktate, lat.-dt., übers. eingeleitet und Anmerkungen versehen von Michael Elsässer, Hamburg (Meiner)1998. Thomas von Aquin, Summe gegen die Heiden, lat.-dt., hrsg. und übers. von K. Albert und P. Engelhardt unter Mitarbeit von L. Dümpelmann, Bd. 1 und 2, Darmstadt (Wiss. Buchgesellschaft) 1972 und 1982. Ders., Kommentar zum Trinitätstraktat des Boethius I, lat.- dt., übers. u d eingeleitet von P. Hoffmann in Verbindg. mit H. Schrödter, Freiburg, Basel, Wien (Herder) 2006. Wilhelm von Ockham, Texte zur Theologie und Ethik, lat.-dt. Auswahl, hrsg. und übers. von V. Leppin und S. Müller, Stuttgart 2000. Termine für Blockveranstaltungen: Sa, 24.11.2007, 9:00-17:00 Räume für Blockveranst: 1311, Nora-Platiel-1 So, 25.11.2007, 9:00-17:00 Sa, 19.01.2008, 9:00-17:00 So, 20.01.2008, 9:00-17:00 Beginn siehe Vorbesprechung: Beginn/Vorbesprechung: Do, 18.10.200714:00- 16:00, R. 1103, Arnold-Bode-Str. 10 FB 01 Institut für Philosophie Uni Kassel WS 2007/2008 Philosophie HF Dr. Bönker Vallon Angelika