Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar Nationalismus Verfassungspatriotismus Multikulturalismus

Politische Philosophien wie liberaler Nationalismus (u.a. Miller), Verfassungspatriotismus (u.a. Habermas, Müller) oder liberaler Multikulturalismus (u.a. Kymlicka) beschäftigen sich aus normativer Perspektive mit politischen Grundfragen; sie suchen Antworten auf die Frage nach einer gerechten und guten institutionellen Ordnung sowie politischen Kultur....

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Politische Philosophien wie liberaler Nationalismus (u.a. Miller), Verfassungspatriotismus (u.a. Habermas, Müller) oder liberaler Multikulturalismus (u.a. Kymlicka) beschäftigen sich aus normativer Perspektive mit politischen Grundfragen; sie suchen Antworten auf die Frage nach einer gerechten und guten institutionellen Ordnung sowie politischen Kultur. In ihren normativen Begründungen greift die politische Philosophie mehr oder weniger implizit auf soziologische Thesen und Annahmen zurück, etwa auf bestimmte Annahmen darüber, was die Grundlagen menschlichen Handelns seien oder durch welche sozialen Mechanismen Integration und Vertrauen hergestellt wird. Der liberale Nationalismus geht bspw. davon aus, dass eine liberal-demokratische Ordnung eine geteilte nationale Kultur voraussetzt, weswegen eine solche gefördert und geschützt werden müsse. Der Verfassungspatriotismus hält den liberalen Nationalismus für moralisch problematisch und argumentiert, dass eine gesellschaftliche Integration auf der Grundlage gemeinsam geteilter liberaler Kernwerte (Anerkennung aller als Freie und Gleiche; demokratischen Rechtfertigung jeglicher Herrschaft) möglich sei. Der liberale Multikulturalismus argumentiert, dass in heterogenen Gesellschaften ein stabiles Vertrauen in die politischen Institutionen und ein verbindendes Vertrauen zwischen den Bürger*innen verlangt, dass die unterschiedlichen Gruppen mit ihren partikularen Identitäten Anerkennung erfahren. Anerkennung von Differenz statt kultureller Assimilation erscheint hier nicht nur als normativ wünschenswert, sondern als der einzige Weg, heterogene Gesellschaften zu integrieren. Für eine Beurteilung der politischen Philosophien und ihrer politisch-praktischen Implikationen ist es hilfreich, sich mit den soziologischen Annahmen dieser Theorien zu beschäftigen. In dem Seminar werden wir die politischen Philosophien 'soziologisch lesen‘ und diskutieren. David Miller, 1995, On Nationality, Oxford: Clarendon Press. Jan-Werner-Müller, 2010, Verfassungspatriotismus, Frankfurt a.M.: Suhrkamp. Will Kymlicka, 1999, Multikulturalismus und Demokratie: über Minderheiten in Staaten und Nationen, Hamburg: Rotbuch Verlag. Tariq Modood, 2013, Multiculturalism. A Civic Idea, Cambridge/Malden: Polity Press. Bemerkung Das Seminar beginnt erst in der zweiten VL am 20.04. AP: mündliche Prüfung oder Hausarbeit BN: 4 Leseprotokolle und 1 Essay ACHTUNG - interne Deadline: Der Anmeldezeitraum läuft vom 01.03.2016 bis zum 27.03.2016, 23.59 Uhr (MEZ). Ab dem 28.03.2016 bis zum 15.04.2016 erfolgt die finale Zulassung durch die Dozenten! Politische Kommunikation (MA, PO 2011) Universität Düsseldorf SoSe 2016 Jun.-Prof. Dr. Tranow Ulf Jun