Uni-Essen
14. März 2017Seminar neu 15.02 Ungleiche Lebens und Lernwelten Genesen von Bildungschancen aus der Perspektive der Soziologie sozialer Ungleichheit ESL Modul 3.2a
Spätestens seit der PISA-Studie aus dem Jahr 2002 gerät die ungleiche Verteilung der Zugangs- und Erfolgschancen im deutschen Schulsystem verstärkt in den Mittelpunkt medialer Aufmerksamkeit bzw. bildungspolitischer und wissenschaftlicher Debatten. Der um dieselbe Zeit ins Leben gerufene und teilweise auf...
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Jetzt Lernplan erstellenSpätestens seit der PISA-Studie aus dem Jahr 2002 gerät die ungleiche Verteilung der Zugangs- und Erfolgschancen im deutschen Schulsystem verstärkt in den Mittelpunkt medialer Aufmerksamkeit bzw. bildungspolitischer und wissenschaftlicher Debatten. Der um dieselbe Zeit ins Leben gerufene und teilweise auf diese Ergebnisse anknüpfende Diskurs um die sogenannten -Bildungsverlierer- problematisiert soziale Exklusionsmechanismen im Schulsystem, die insbesondere bei Jugendlichen aus bildungsfernen Milieus greifen und ihre Aussichten auf eine normale Erwerbsbiographie erheblich verschlechtern können. Ungleichheits- und Gerechtigkeitsfragen im Kontext der Schulbildung erlangen folglich heutzutage eine sehr hohe Relevanz. Dabei erweist sich soziale Herkunft in der soziologischen Bildungsforschung schon seit längerer Zeit als einer der wichtigsten und konstanten Einflussfaktoren, wenn es um Zugang zur schulischen Bildung und um schulische Leistungen geht. Das Seminar setzt hier an und betrachtet die herkunftsspezifische Genese der Bildungschancen aus der soziologischen Perspektive sozialer Ungleichheit. Es bietet eine Einführung in soziologische Ungleichheitskonzepte, wobei der Ansatz des französischen Soziologen Pierre Bourdieu im Mittelpunkt steht. Ferner werden empirische Studien vorgestellt, die auf unterschiedliche Mechanismen der schulischen Zugangs- und Leistungschancenzuschreibung aufgrund bestimmter sozialer Kategorien (z.B. Herkunft, Ethnizität usw.) fokussieren. Dabei soll insbesondere die Frage nach der Rolle und den Handlungsspielräumen der Lehrkräfte bei Ausgleich oder Verstärkung ungleicher Leistungsbedingungen diskutiert werden. Schließlich werden die Seminarteilnehmerinnen während des Semesters Illustrationen ungleicher Lebens- und Lernwelten von Heranwachsenden (nach Sek 1) realisieren, die die Inhalte der herangezogenen Theorien sichtbar machen. Hierzu kann die ganze Bandbreite sozialwissenschaftlicher Erhebungstechniken zum Einsatz kommen, z.B. Interviews, Videoaufnahmen, teilnehmende Beobachtung usw. Am Ende des Seminars werden die Ergebnisse vorgestellt und mit Hinblick auf die im Seminar vorgestellten Ansätze analysiert.
Bildungswissenschaften
abgeschlossenes Grundstudium
Universität Duisburg-Essen
SS 2012
ESL, Erziehungswiss. Studium für Lehrämter
Osipov Igor