In Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und -gesetzgebung ist, wenn auch begleitet von sektoralen Ungleichzeitigkeiten und Gegenentwicklungen, allgemein ein Trend hin zu einer stärkeren Orientierung an den Wünschen, Bedürfnissen und Sichtweisen Adressaten unverkennbar. Besonders deutlich ist dies...
Was lernst du wirklich?
In diesem Seminar tauchst du tief in das Konzept der Nutzerorientierung in der Sozialen Arbeit ein. Du lernst, wie soziale Dienstleistungen zunehmend an den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen ausgerichtet werden, und hinterfragst kritisch die Herausforderungen und Widersprüche dieses Ansatzes. Dabei beleuchtest du verschiedene Rollen, die Adressaten einnehmen können, von Klienten über Kunden bis hin zu Bürgern.
Das wirst du lernen
Du verstehst die theoretischen Grundlagen und praktischen Implikationen der Nutzerorientierung in der Sozialen Arbeit.
Du kannst verschiedene Personenkonzepte (Klient, Kunde, Bürger) im Kontext sozialer Dienstleistungen analysieren und bewerten.
Du erkennst die Ambivalenzen und Widersprüche bei der Umsetzung nutzerorientierter Ansätze in der Sozialen Arbeit.
Du reflektierst aktuelle Entwicklungen und Selbstverständnisse der Sozialen Arbeit kritisch.
Du entwickelst ein tieferes Verständnis dafür, wie soziale Dienstleistungen partizipativer gestaltet werden können.
Passende Berufsfelder
Soziale Arbeit (z.B. in der Jugendhilfe, Altenhilfe, Behindertenhilfe)Sozialmanagement und -planungPolitikberatung im SozialbereichÖffentliche Verwaltung (Sozialämter, Jobcenter)Non-Profit-Organisationen und Verbände
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In Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und -gesetzgebung ist, wenn auch begleitet von sektoralen Ungleichzeitigkeiten und Gegenentwicklungen, allgemein ein Trend hin zu einer stärkeren Orientierung an den Wünschen, Bedürfnissen und Sichtweisen Adressaten unverkennbar. Besonders deutlich ist dies in Großbritannien, wo der Begriff -Personalization-, worunter nichts anderes als die konsequente Ausrichtung sozialer Dienstleistungen an den Adressaten verstanden wird, zum neuen Schlüsselbegriff der Sozialen Arbeit und Sozialpolitik des 21. Jahrhundert avanciert.
In einer Welt, in der Individualität und Selbstbestimmung als zentrale Werte akzeptiert werden und in einer Sozialen Arbeit, die das Subjekt und dessen lebensweltliche Perspektive zu ihren bevorzugten Orientierungspunkten erhoben hat, scheint die Forderung nach Nutzerorientierung geradezu trivial. Betrachtet man den Gegenstand jedoch näher, wird in vielerlei Hinsicht die Hegelsche Differenz zwischen dem Schein und dem Sein deutlich. Nutzerorientierung ist (und scheint nicht nur) ein in sich ambivalenter Sachverhalt. Unklarheiten und Widersprüche bestehen vor allem im Bezug auf die Frage, wie Nutzerorientierung gestaltet werden kann, wie weit sie gehen soll und vor allem welcher Rationalität sie folgt.
Die Diskussion des Gegenstand soll nach einleitenden dienstleistungstheoretischen Überlegungen primär auf der Grundlage unterschiedliche Personenkonzepte der Adressaten (Klient, Kunde, Bürger) und unter Bezug auf die jeweiligen Logiken, die diese transportieren, erfolgen. Das Seminar zielt hierbei auf theoriebezogene Reflexion klassischer und aktueller Entwicklungen, Selbstverständnisse und Widersprüche der Sozialen Arbeit. Zur Vorbereitung der einzelnen Seminarsitzungen wird die Auseinandersetzung mit einem Text (ca. 20 Seiten) vorausgesetzt, der im Seminar diskutiert wird.
FB 04 Sozialwesen
Uni Kassel
WiSe 2010/11
Lehrveranstaltungspool FB 04
Sozialwesen
Mairhofer Andreas