Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Paris 8211 Hauptstadt des 19 Jahrhunderts
In seinem -Passagenwerk- beschreibt Walter Benjamin Paris als -Hauptstadt des 19. Jahrhunderts-. Was macht dieses Paris aus? Benjamin lenkt den Blick auf Passagen, Warenhäuser, Bauwerke des Verkehrs und des Vergnügens. Wir werden uns einigen dieser Bauwerke im städtischen Kontext widmen...
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Jetzt Lernplan erstellenIn seinem -Passagenwerk- beschreibt Walter Benjamin Paris als -Hauptstadt des 19. Jahrhunderts-. Was macht dieses Paris aus? Benjamin lenkt den Blick auf Passagen, Warenhäuser, Bauwerke des Verkehrs und des Vergnügens. Wir werden uns einigen dieser Bauwerke im städtischen Kontext widmen und dabei auch ihre Konstruktionsweise und ihr Material einer Betrachtung unterziehen. Glas- und Eisenkonstruktionen, Skelettbauweise und Eisenbeton kamen im 19. Jahrhundert auf und erlebten eine rasante Entwicklung. Damit gingen auch bestimmte Wohn- und Lebensformen sowie Wirtschaftsweisen der modernen Großstadt einher. Im 19. Jahrhundert erhielt Paris im Wesentlichen das Gesicht, das wir heute kennen: Als markantestes Wahrzeichen der Stadt fungiert noch heute der Eiffelturm. Auch die großen Warenhäuser, die Bahnhöfe und die Ausstellungshallen, die anlässlich der zwischen 1855 und 1900 fünf Mal in Paris stattfindenden Weltausstellungen errichtet wurden, existieren noch heute. Von den Passagen, die Benjamin beschreibt, gibt es immerhin noch einige, während andere Bauwerke, wie beispielsweise die Dioramen, ganz aus dem Stadtbild verschwunden sind. Die großen Boulevards und die Pariser Kanalisation sind ebenfalls Ergebnisse architektonischer Stadtplanung des 19. Jahrhunderts, als unter der Ägide des Präfekten Georges-Eugène Haussmann das Gesicht der Stadt grundlegend verändert und modernisiert wurde.
In dem Seminar werden Grundlagen der modernen Architektur und des modernen Städtebaus an herausgehobenen Beispielen mit dem Schwerpunkt Paris erarbeitet. Parallel dazu soll die Lektüre von Walter Benjamin und Siegfried Giedion zu einem kritischen Verständnis der Wurzeln der Moderne anregen.
Benjamin, Walter: Paris Arcades, mit einer Einführung von Nikola Doll, Ostfildern 2011
Benjamin Walter: Gesammelte Schriften 5, Das Passagen-Werk 1 u. 2, Frankfurt a. M. 1982
Elliott, Brian: Benjamin for Architects, London 2011
Gleiter, Jörg H.: Urgeschichte der Moderne. Theorie und Geschichte der Architektur, Bielefeld 2010
Giedion, Siegfried: Bauen in Frankreich, Bauen in Eisen, Bauen in Eisenbeton, neu herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Sokratis Georgiadis, Berlin 2000
Giedion, Siegfried: Raum, Zeit, Architektur, Basel (5. Aufl.) 1996
Hitchcock, Henry-Russell: Die Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts, München 1994 (EA 1958)
Kostof, Spiro: Die Anatomie der Stadt. Geschichte städtischer Strukturen, Frankfurt/New York 1992
Mumford, Lewis: Die Stadt. Geschichte und Ausblick, Köln 1963
Pérouse de Montclos: Paris. Kunstmetropole und Kulturstadt, Königswinter 2011
Pevsner, Nikolaus: Wegbereiter moderner Formgebung. Von Morris bis Gropius, Hamburg 1957 (EA 1949)
Bemerkung
Seminarverlauf und mögliche Referatsthemen:
• Einführung a – Überblick über Pariser Bauten/ Beaux-Arts-Architektur des 19. Jhs., Vorstellung möglicher Referatsthemen
• Einführung b – Benjamin und Giedion als theoretische Wegbegleiter
• Georges-Eugène Haussmann – Die großen Boulevards
• Der Untergrund von Paris: Métro und Kanalisation
• Pariser Bahnhöfe – zum Beispiel: Gare du Nord; Gare d’Orsay
• Der Bauch von Paris: Die Markthallen
• Pariser Kaufhäuser und Passagen – zum Beispiel: Le Bon Marché, Galéries Véro-Dodat, Galérie Vivienne/ Galérie Colbert, Passage du Gand-Cerf
• Das Diorama des Herrn Daguerre
• Pariser Parks – zum Beispiel: Parc Montsouris/ Bois de Boulogne
• Bibliothèque St. Geneviève – ein früher Eisenskelettbau
• Weltausstellungsbauten: Eiffelturm, Halle des Machines, Grand Palais/ Petit Palais
• Charles Garnier: Opernhaus (Opéra Garnier)
• Auguste Perret: Wohnhaus im 25bis, Rue Franklin
• Zusammenfassung und Schluss
Die Seminare des Studiengangs Kunstwissenschaft sind teilnehmerbeschränkt. Daher ist eine Online-Anmeldung über HIS/POS zwingend notwendig. Diese ist im Zeitraum vom 26.09.2012, 08:00:00 bis zum einschließlich 17.10.2012, 23:59:00 möglich. Die Platzbestätigung wird nach Ablauf der Anmeldefrist per E-Mail verschickt. Der Besuch der ersten Sitzung ist obligatorisch, da der Platz ansonsten im Nachrückverfahren vergeben wird! Studierende, welche keine Platzbestätigung erhalten haben, können dennoch zu der ersten Sitzung erscheinen, um evtl. einen Nachrückerplatz zu erhalten.
B.A. 1.0: IV b/c, V b/c
B.A. 2.0: IV b
L 1, L 2, L 3
Voraussetzungen
Aus didaktischen Gründen ist die regelmäßige Anwesenheit erforderlich. Die Bereitschaft zur vorbereitenden Lektüre und zur aktiven Teilnahme wird vorausgesetzt. Fremdsprachenkenntnisse (Englisch und Französisch) sind von Vorteil.
Kunsthochschule Kassel
Aus didaktischen Gründen ist die regelmäßige Anwesenheit erforderlich. Die Bereitschaft zur vorbereitenden Lektüre und zur aktiven Teilnahme wird vorausgesetzt. Fremdsprachenkenntnisse (Englisch und Französisch) sind von Vorteil.
Uni Kassel
WiSe 2012/13
Dr.
Uppenkamp Barbara