Uni-Düsseldorf
14. März 2017Seminar Platon Gorgias
-Die Philosophie mit ihren Überlegungen zu Ethik und Moral eignet sich nur als geistreiche Spielerei für Kinder und Jugendliche. Erwachsene, die sich weiterhin mit ihr beschäftigen, werden weltfremde Täumer und völlig lebensuntüchtig. Langfristig kommt man weiter ohne Philosophie.- Dieses (Vor)Urteil...
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Jetzt Lernplan erstellen-Die Philosophie mit ihren Überlegungen zu Ethik und Moral eignet sich nur als geistreiche Spielerei für Kinder und Jugendliche. Erwachsene, die sich weiterhin mit ihr beschäftigen, werden weltfremde Täumer und völlig lebensuntüchtig. Langfristig kommt man weiter ohne Philosophie.-
Dieses (Vor)Urteil über die Irrelevanz oder gar Schädlichkeit der Philosophie, das im Dialog - sinngemäß - der Sophist Kallikles formuliert, hat vermutlich jeder Philosophiestudent schon von mindestens einem wohlmeinenden Zeitgenossen gehört. Und prima facie scheinen die Fakten Kallikles Recht zu geben:
Materieller Wohlstand läßt sich ohne moralische Skrupel weit effektiver vermehren, der versierte Blender erlangt meist größeres Sozialprestige als der bescheidene Mensch, und ein Politiker, der in echt philosophischer Gesinnung die Wahrheit sagt, hat nur wenig Chancen auf einen Wahlerfolg. Um nun angesichts dessen den Wert philosophischer Reflexion und daraus resultierender ethischer Lebensgestaltung für den Menschen zu erweisen, konfrontiert Platon im Gorgias die beiden zu seiner Zeit konkurrierenden Lebensentwürfe und Bildungskonzeptionen der Philosophie und der sophistischen Rhetorik anhand zweier Protagonisten miteinander, die wie kein anderer geeignet sind, diese Lebensentwürfe paradigmatisch zu repräsentieren: Sokrates, der bis heute als Prototyp des Philosophen schlechthin gilt, und Gorgias, der im antiken Athen als einer der berühmtesten Sophisten und Rhetoren seiner Generation gefeiert wurde. Von der zunächst ganz unverfänglich anmutenden Frage nach der Definition der Rhetorik gelangen die Gesprächsteilnehmer hierbei schnell zu der alles entscheidenden Frage: -Wie wird der Mensch eigentlich glücklich?- Erst von diesem Ziel des menschlichen Lebens aus kann dann anschließend der Wert der Philosophie und der Rhetorik adäquat beurteilt werden.
Im Rahmen unseres Seminars werden wir die Diskussion im Dialog Gorgias verfolgen, an deren Ende sich schließlich kein Leser der existentiellen Frage entziehen kann, ob er in seinem hinkünftigen Leben - mit allen Konsequenzen - ein Philosoph oder ein Sophist sein will.
Textgrundlage:
Platon, Gorgias, Griechisch - Deutsch, übers. v. Th. Kobusch, Reclam - Verlag 2011.
Zur Einführung:
Horn / Müller / Söder (Hrsg.), Platon - Handbuch. Leben - Werk - Wirkung, Stuttgart 2009.
Leistungsnachweis
Voraussetzung für die Erlangung eines Beteiligungsnachweises (BN) ist das Absolvieren eines schriftlichen Tests in der letzten Seminarsitzung.
Eine Abschlussprüfung (AP) kann durch das Verfassen einer Hausarbeit abgelegt werden.
Philosophie (BA, PO 2013) Kernfach
Voraussetzung für die Erlangung eines Beteiligungsnachweises (BN) ist das Absolvieren eines schriftlichen Tests in der letzten Seminarsitzung.
Eine Abschlussprüfung (AP) kann durch das Verfassen einer Hausarbeit abgelegt werden.
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SoSe 2016
Steffens Monika