Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Positionen der Wissenschaftsphilosophie

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Aufmerksamkeit auf wichtige Positionen in der Wissenschaftsphilosophie zu lenken, die häufig nicht oder nur am Rande in den gängigen Einführungen erwähnt werden. Einführungen in die Wissenschaftsphilosophie weisen dem logischen Positivismus, wie er in der ersten...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Aufmerksamkeit auf wichtige Positionen in der Wissenschaftsphilosophie zu lenken, die häufig nicht oder nur am Rande in den gängigen Einführungen erwähnt werden. Einführungen in die Wissenschaftsphilosophie weisen dem logischen Positivismus, wie er in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunächst in Wien und Berlin und später in den USA entwickelt wurde, typischer Weise eine zentrale Rolle zu, da diese Bewegung maßgeblich zur Etablierung und Professionalisierung der Wissenschaftstheorie als Sub-Disziplin der Philosophie beigetragen hat. Dementsprechend werden meist nur die Vorläufer dieser Bewegung, ihre Protagonisten und die direkten Kritiker dargestellt. Zudem werden in der Regel die Protagonisten einer historischen und soziologischen Wende in der Wissenschaftsphilosophie besprochen. In dem Seminar sollen hingegen Autor/innen diskutiert werden, denen in Einführungstexten selten Raum gegeben wird, weil sie in anderen nationalen Kontexten oder unter anderen philosophischen Vorzeichen über Wissenschaft nachdenken, weil ihre Fragestellungen zu spezifisch sind, oder weil sie schlicht zu aktuell sind um in den Kanon Eingang zu finden. Mögliche Themen sind: Die Wissenschaftsphilosophie weiterer philosophischer Strömungen um die Jahrhundertwende (1900) wie etwa der amerikanische Pragmatismus, sowie der Neukantianismus und die Phänomenologie in Deutschland. Zu nennen ist zudem die Wissenschaftsphilosophie Hugo Dinglers und hiervon ausgehend die Philosophie des methodischen Konstruktivismus seit den 1960er Jahren. Auch die Wissenschaftsphilosophie der Frankfurter Schule kann thematisiert werden. Die französische Tradition einer historischen Epistemologie der Wissenschaften stellt ebenfalls einen wichtigen Teil der Wissenschaftsphilosophie dar. Zudem soll die feministische Wissenschaftstheorie diskutiert werden. Darüber hinaus können aktuelle Positionen oder Fragestellungen in den Kurs aufgenommen werden (etwa die Wende zur Praxis in der Wissenschaftsphilosophie). Der Kurs ist nicht auf eine Chronologie oder kohärente Geschichte der Wissenschaftsphilosophie ausgerichtet, sondern auf eine Erweiterung des Spektrums in der philosophischen Reflexion über die (Natur-)Wissenschaften.   Die Literatur wird im Verlauf des Seminars via Moodle zur Verfügung gestellt. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel WiSe 2015/16 Lehrveranstaltungspool FB 02 Dr. Meunier Robert