Uni-Essen
14. März 2017Seminar Regulierung transnationaler Arbeit
(engl. Titel: Regulation of transnational work) Die Regulierung von Arbeit, die bislang vor allem im nationalstaatlichen Rahmen gedacht wurde, wird infolge von Internationalisierungsstrategien von Unternehmen, Arbeitsmigration und der Herausbildung europäischer Arbeits- und Dienstleistungsmärkte herausgefordert. Ein Beispiel ist die durch Agenturen...
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Die Regulierung von Arbeit, die bislang vor allem im nationalstaatlichen Rahmen gedacht wurde, wird infolge von Internationalisierungsstrategien von Unternehmen, Arbeitsmigration und der Herausbildung europäischer Arbeits- und Dienstleistungsmärkte herausgefordert. Ein Beispiel ist die durch Agenturen oder persönliche Beziehungen vermittelte, wenig sichtbare und oft prekäre Arbeit von Migranten/innen aus EU- oder Drittstaaten in den haushaltsnahen Dienstleistungen. Im Kontrast dazu steht die vergleichsweise privilegierte Situation international tätiger Manager/innen in multinationalen Unternehmen. Auch in globalen Wertschöpfungsketten gestalten sich Arbeitsbedingungen ganz unterschiedlich; sie beinhalten oft beide Enden des Spektrums zwischen privilegierter und prekärer Arbeit. Grenzüberschreitende Arbeit wird also nicht nur durch länderspezifische Migrations- und Arbeitsmarktregime geprägt. Auch supra- und internationale Akteure, wie die ILO, die Europäische Union, internationale Gewerkschaftszusammenschlüsse oder NGOs spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Regulierung des Zugangs zu bestimmten Regionen, Ländern und Arbeitsmärkten, bei der Aushandlung von Mindeststandards für gute Arbeit und bei der Bekämpfung von Zwangsarbeit und Menschenhandel. Daneben vermitteln oder beschränken Netzwerke und Unternehmen Zugang zu legalen oder irregulären Arbeitsmöglichkeiten sowie Wissen über damit verbundene Rechte und beeinflussen damit die Vulnerabilität für Arbeitsausbeutung.
In diesem Seminar lernen Sie anhand empirischer Studien verschiedene Erscheinungsformen transnationaler Arbeit sowie damit verbundene Regulierungsbedarfe und -akteure kennen. Außerdem werden wir zentrale Theorien und Konzepte kritisch hinsichtlich des damit möglichen Erkenntnisgewinns für die Untersuchung transnationaler Arbeit und ihrer Regulierung diskutieren.
Sozialwissenschaften
Universität Duisburg-Essen
WiSe 2016/17
Dr.
Apitzsch Birgit