Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Reproduktionsstich und Galeriewerke 1660 ca 1830 Zur druckgrafischen Vermittlungs und Rezeptionsgeschichte von Kunstsammlungen
Unsere Auseinandersetzung mit Werken der bildenden Kunst erfolgt vielfach nicht direkt mit dem Original, sondern vermittelt – heute vor allem durch fotografische Bilder. Diese vermittelnden Bildmedien unterliegen kontinuierlich technischen wie ästhetischen Veränderungen. Zugleich tragen sie entscheidend dazu bei, wie wir...
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Jetzt Lernplan erstellenUnsere Auseinandersetzung mit Werken der bildenden Kunst erfolgt vielfach nicht direkt mit dem Original, sondern vermittelt – heute vor allem durch fotografische Bilder. Diese vermittelnden Bildmedien unterliegen kontinuierlich technischen wie ästhetischen Veränderungen. Zugleich tragen sie entscheidend dazu bei, wie wir ein bestimmtes Kunstwerk wahrnehmen. Bereits vor der Erfindung der Fotografie und der Einrichtung öffentlicher Museen stellte sich diese Problematik der Zugänglichkeit und Vermittlung von Kunst. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der Kupferstich das bevorzugte Mittel zur Publikation ausgewählter Kunstwerke und ganzer Kunstsammlungen.
So wurden berühmte Gemäldesammlungen wie die des Erzherzogs Leopold Wilhelm von Österreich, die Kurfürstliche Gemälde-Galerie in Düsseldorf oder die fürstliche Gemäldesammlung in Dresden in teuren Kupferstich-Publikationen bekannt gemacht. Im Zuge der Napoleonischen Kunstraubzüge wurde der neu zusammengetragene Kunstschatz der französischen Nation ebenfalls in Kupferstichen aufwändig inszeniert. Aber auch Reproduktionsstichwerke von Handzeichnungen oder Skulpturen, teilweise auch von Artefakten antiker Kunst wurden mit hoher künstlerischer Qualität angefertigt. Nicht immer mussten sich diese Publikationen auf real existierende Sammlungen beziehen.
Ziel des Seminares ist es, dem Blick auf die Kunstwerke nachzuspüren, den diese druckgrafischen Reproduktionswerke ihren Betrachtern boten. Unter welchen Entstehungsumständen und mit welcher Absicht wurden Kunstwerke publiziert? An wen richteten sich diese oftmals kostbaren Publikationen? Welche druckgraphischen Techniken wurden dazu herangezogen? Nicht zwangsläufig bediente man sich nur des Kupferstichs und man beeinflusste mit der Wahl der grafischen Technik maßgeblich die ästhetische Wahrnehmung der abgebildeten Kunstwerke. Welche Sammlungs- und Ordnungsprinzipien lassen sich an diesen Publikationen schließlich für die Kunstwerke ablesen? Nicht zuletzt mit ihrer Sammlungsorganisation leisteten diese einen (vor)wissenschaftlichen Beitrag und trugen zur Entstehung des Faches Kunstgeschichte bei.
Ausst.-Kat. Bilderlust und Lesefrüchte. Illustrierte Kunstbuch von 1750 bis 1920, Begleitbuch zur Ausstellung im Gutenberg-Museum Mainz vom 4. März bis 29. Mai 2005, hrsg. von Katharina Krause, Leipzig 2005.
Ausst.-Kat. Bilder nach Bildern. Druckgrafik und die Vermittlung von Kunst, 21. März - 2. Mai 1976, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, bearb. v. Gerhard Langemeyer, hrsg. v. Landschaftsverb. Westfalen-Lippe, Münster 1976.
Bähr, Astrid: Repräsentieren, bewahren, belehren: Galeriewerke (1660 – 1800). Von der Darstellung herrschaftlicher Gemäldesammlungen zum populären Bildband, Hildesheim, 2009.
Schwaighofer, Claudia-Alexandra: Von der Kennerschaft zur Wissenschaft. Reproduktionsgraphische Mappenwerke nach Zeichnungen in Europa 1726 – 1857, Berlin [u.a.] 2009.
Weissert, Caecilie: Reproduktionsstichwerke. Vermittlung alter und neuer Kunst im 18. und frühen 19. Jahrhundert, Berlin 1999.
Bemerkung
Die Seminare des Studiengangs Kunstwissenschaft sind teilnehmerbeschränkt. Daher ist eine Online-Anmeldung über HIS/POS zwingend notwendig. Diese ist im Zeitraum vom 20.03.2013, 08:00:00 bis zum einschließlich 10.04.2013, 23:59:00 möglich. Die Platzbestätigung wird nach Ablauf der Anmeldefrist per E-Mail verschickt. Der Besuch der ersten Sitzung ist obligatorisch, da der Platz ansonsten im Nachrückverfahren vergeben wird! Studierende, welche keine Platzbestätigung erhalten haben, können dennoch zu der ersten Sitzung erscheinen, um evtl. einen Nachrückerplatz zu erhalten.
B.A. 1.0: II b1/c, V b/c, VI b, VII a, IX b
B.A. 2.0: II b1/c, V b/c, VI a, VII b
L1, L2, L3
Voraussetzungen
Neben der regelmäßigen Teilnahme, die aus didaktischen Gründen der aufeinander aufbauenden Diskussion des Themas erforderlich ist, wird die Bereitschaft zur Übernahme eines Referates sowie zur Vorbereitung der einzelnen Seminarsitzungen durch Lektüreaufgaben vorausgesetzt. Grundkenntnisse zum Lesen einfacher französischer Quellentexte.
Kunsthochschule Kassel
Neben der regelmäßigen Teilnahme, die aus didaktischen Gründen der aufeinander aufbauenden Diskussion des Themas erforderlich ist, wird die Bereitschaft zur Übernahme eines Referates sowie zur Vorbereitung der einzelnen Seminarsitzungen durch Lektüreaufgaben vorausgesetzt. Grundkenntnisse zum Lesen einfacher französischer Quellentexte.
Uni Kassel
SoSe 2013
Kunstwissenschaft
Rieger Birthe