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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar SE Kulturphilosophie Ästhetik Bilderverbote Historische Diskurse und kulturwissenschaftliche Zugriffe

Vom Alten Testament über den byzantinischen Bilderstreit bis hin zur Reformation erstreckt sich die sogenannte Bilderfrage. Ein wiederkehrendes Problem ist die Darstellbarkeit Gottes, noch brisanter aber sind Fragen, die den Bildgebrauch – das richtige Handeln mit oder an Bildern –...

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Vom Alten Testament über den byzantinischen Bilderstreit bis hin zur Reformation erstreckt sich die sogenannte Bilderfrage. Ein wiederkehrendes Problem ist die Darstellbarkeit Gottes, noch brisanter aber sind Fragen, die den Bildgebrauch – das richtige Handeln mit oder an Bildern – betreffen. Mit dem -Verbot- von Darstellungen oder Handlungen ist ein Extremfall bezeichnet, der, wie die Begrenzung des Darstellbaren durch Tabu und Zensur, die Kulturgeschichte des Bildes bis heute mitbestimmt. Stets ist die Bestreitung des Bildes ein Indikator dafür, dass das Bild einerseits einen zentralen Stellenwert in einer Kulturpraxis einnimmt und andererseits als Bedrohung derselben erfahren wird. Das Seminar ist interdisziplinär angelegt und setzt sich aus einem historischen und einem systematischen Teil zusammen. Im historischen Teil soll es darum gehen, anhand von zentralen Textquellen eine Rekonstruktion ausgewählter Positionen zur Bilderfrage zu leisten – d. h. von Argumentationsformen, Begriffen, Bildauffassungen – und diese zu kontextualisieren. Der systematische Teil ist wissenschaftstheoretisch und kulturphilosophisch ausgerichtet: Ausgehend von kulturwissenschaftlichen Deutungsfragen – Warum wird verboten? Wie und warum werden Darstellungsgrenzen gesetzt? – stellen sich methodische Grundprobleme: Wie lassen sich jene Deutungsfragen methodisch fundiert beantworten? Welche Beschreibungsmittel und Erklärungsmuster sind angemessen? Inwiefern helfen kulturtheoretische Ansätze weiter? Überdies wird die Frage nach einem angemessenen Begriff von -Bild- und der Historizität von Bildauffassungen zu thematisieren sein. Dabei dürfte sich zeigen, dass klassische Zugriffsmuster – betitelt mit -Ästhetik- oder -Kunst- – hier an Grenzen stoßen. Der interdisziplinäre Anspruch setzt ein hohes Maß an Interesse und Bereitschaft zur Mitarbeit voraus, begrüßt jedoch auch ausdrücklich die Teilnahme anderer Studierender der geisteswissenschaftlichen Fakultät. Diese Veranstaltung wird aus Studienbeiträgen/Qualitätsverbesserungsmitteln finanziert. Philosophie Universität Duisburg-Essen SoSe 2013 Podacker Jan