Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Soziale Bewegungen und Demokratie in Lateinamerika
Soziale Bewegungen gestalteten die politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse vieler Länder mit. Seit der französischen Revolution treten sie immer wieder in Erscheinung und machen durch vielfältige Aktionen auf sich aufmerksam. Die jüngsten Manifestationen waren die Bewegung gegen den Umbau des...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenSoziale Bewegungen gestalteten die politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse vieler Länder mit. Seit der französischen Revolution treten sie immer wieder in Erscheinung und machen durch vielfältige Aktionen auf sich aufmerksam. Die jüngsten Manifestationen waren die Bewegung gegen den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, die Jugendbewegungen in Spanien und Griechenland oder die Revolten im arabischen Raum.
In Lateinamerika existiert eine besonders rege Bewegungslandschaft. Seit der Zeit der Kolonialisierung kam es zu indigenen Aufständen sowie Sklavenrevolten auf lokaler Ebene. Im 20. Jahrhundert waren besonders die Arbeiter-, Bauern- und später dann die Menschenrechtsbewegung führend in der Artikulation von Widerspruch gegen herrschende Verhältnisse. Soziale Bewegungen waren maßgeblich an der Wahl der aktuellen Regierungen Boliviens, Venezuelas oder Ecuadors beteiligt. Die Aktivität der Bewegungen in Lateinamerika zeichnet sich vor einem Szenario politischer Instabilität, sozialer Exklusion und ökonomischer Ungleichheit ab, Probleme, die trotz der Rückkehr zur Demokratie, die in den meisten Ländern vor dreißig Jahren stattgefunden hat, nicht grundlegend eingedämmt wurden.
Dieses Spannungsverhältnis ist Fokus des Seminars. Ziel ist es zunächst, gemeinsam einen theoretischen Zugang zum Begriff der sozialen Bewegungen unter Rückgriff auf die Forschungsliteratur zu erarbeiten. Nach einer historischen Einordnung soll es dann im zweiten Teil um einzelne Bewegungen in Lateinamerika gehen. Die Frauenbewegung, die Mobilisierung der Indigenen oder der Landlosen bilden wichtige Schwerpunkte bei der Beschäftigung mit den sozialen Bewegungen der Region. Die Verflechtung auf transnationaler Ebene sowie das konfliktive Verhältnis zur Demokratie in den einzelnen Ländern bilden Grundfragen, die die einzelnen Themen einrahmen werden.
Burchardt, Hans-Jürgen und Rainer Öhlschläger (Hrsg.) (2012): Soziale Bewegungen und Demokratie in Lateinamerika. Ein ambivalentes Verhältnis; Baden-Baden
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SoSe 2012
Politikwissenschaften HF
Politik und Wirtschaft Zweitfach
Crncic Zejlko