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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Soziale Ungleichheit im Hochschulsystem

Die Bedeutung von Bildung in Gesellschaften, die sich zunehmend als Wissensgesellschaften verstehen, ist zweifelsohne ein ebenso viel diskutiertes wie intensiv wissenschaftlich untersuchtes Themenfeld. Denn die soziale Stratifikation ist eng an das individuelle Bildungsniveau und Bildungsinstitutionen gekoppelt. Neben ungleichen Bildungschancen im...

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Die Bedeutung von Bildung in Gesellschaften, die sich zunehmend als Wissensgesellschaften verstehen, ist zweifelsohne ein ebenso viel diskutiertes wie intensiv wissenschaftlich untersuchtes Themenfeld. Denn die soziale Stratifikation ist eng an das individuelle Bildungsniveau und Bildungsinstitutionen gekoppelt. Neben ungleichen Bildungschancen im Primar- und Sekundarschulbereich wird der Fokus in diesem Seminar auf soziale Ungleichheiten beim Hochschulzugang, den Determinanten der Studienabbruchsneigung und der Verwertbarkeit von Hochschulabschlüssen gerichtet. Im Rahmen dieses Bachelor-Seminars werden einleitend die Grundlagen der Ungleichheitsforschung im Hochschulbereich geschaffen. Dazu wird auf die Bildungsexpansion, die institutionelle Beschaffenheit des deutschen Hochschulsystems und (überwiegend) deskriptive Befunde zu herkunftsspezifischen Disparitäten eingegangen. Anschließend werden unterschiedliche Erklärungsansätze (Theorie primärer und sekundärer Herkunftseffekte, Theorie sozialer Reproduktion, Theorie rationaler Bildungsentscheidungen, Tinto’s Modell des Studienabbruchs), mit deren Hilfe Phänomene sozialer Ungleichheit theoretisch eingefangen werden können, thematisiert. Gleichzeitig werden dabei wissenschaftstheoretische Grundlagen, wie der methodologische Individualismus, gestreift. In einem weiteren Schritt werden empirische Befunde zum Hochschulzugang, der Studienabbruchsneigung und Studienförderungen sowie zu Erträgen tertiärer Bildung unter dem Blickwinkel bestehender sozialer Ungleichheit zusammengetragen. Im Zuge dessen wird ebenfalls die Angemessenheit der theoretischen Konzepte zur Erklärung von Herkunftseffekten kritisch reflektiert. Einen abschließenden Themenkomplex bilden neuere Entwicklungen an den deutschen Hochschulen, die durch den Bologna-Prozess, die (zweitweise) Einführung von Studiengebühren sowie nationale Rankings und die Forschungsexzellenzinitiative geprägt sind. In ihrer Summe verändern die anhaltenden Expansions- und Reformdynamiken die institutionelle Ausgestaltung der deutschen Hochschullandschaft nachhaltig. Ziel dieser Einführungsveranstaltung ist es, einen allgemeinen Überblick über persistente soziale Ungleichheitsmuster und neue Differenzierungslinien im Bereich der Hochschulbildung zu erarbeiten. Neben der Darstellung unterschiedlicher theoretischer Erklärungsansätze werden ausgewählte empirische Befunde vorgestellt und aktuelle Entwicklungen im tertiären Bildungsbereich diskutiert. Im Sinne angewandter empirischer Sozialforschung wird in diesem Seminar explizit der Bogen zwischen theoretischen Vorhersagen und empirischen Ergebnissen geschlagen. Die Interpretation quantitativer Analyseergebnisse trägt dabei maßgeblich zur Aneignung von -methodischen Literacy-Skills- bei. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Empfohlene Voraussetzungen für die Veranstaltungsteilnahme: Bachelorstudiengang Soziologie (im Hauptfach): Erfolgreicher Abschluss oder zumindest paralleles Belegen der Basismodule I – III. Bachelorstudiengang Soziologie (im Nebenfach): Erfolgreicher Abschluss oder zumindest paralleles Belegen der Basismodule I und II. L1-L4 und Kernstudium: Interesse an empirischer Bildungsforschung aus soziologischer Perspektive. Interesse an quantitativer empirischer Sozialforschung und der Interpretation quantitativer Analyseergebnisse. Fähigkeit zum Lesen englischer Texte. Geltungsbereich und Leistungsnachweis der Veranstaltung: Bachelorstudiengang Soziologie (im Hauptfach): Aufbaumodul -Interaktion und Sozialstruktur- (Pflichtmodul) Bachelorstudiengang Soziologie (im Nebenfach): Aufbaumodul -Interaktion und Sozialstruktur- (Pflichtmodul). Lehramt • L1 Modul -Vertiefung des fachbezogenen Lehrens und Lernens in Sachunterricht – Gesellschaftswissenschaftliche Perspektive mit Schwerpunkt Politik und Wirtschaft- (Wahlpflichtmodul). • L2-L4 Modul -Fachwissenschaftliche Grundlagen der Soziologie- (Pflichtmodul). • Kernstudium Modul -Bildung und Erziehung im gesellschaftlichen Kontext- (Schwerpunktmodul). Uni Kassel SoSe 2015 Soziologie HF Politik und Wirtschaft Zweitfach Dipl.-Soz. Schwabe Ulrike Dipl Soz