Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Spanische Geschichtspolitik seit dem Bürgerkrieg
Inhalt: Grundlage dieses Seminars bildet die intensive Theorielektüre aus Geschichtswissenschaft Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie zu den Themen der Geschichts- und Gedächtnispolitik auf der einen Seite und zu historischem bzw. kollektivem Gedächtnis auf der anderen Seite. Durch den Sieg der Minderheit...
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Grundlage dieses Seminars bildet die intensive Theorielektüre aus Geschichtswissenschaft Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie zu den Themen der Geschichts- und Gedächtnispolitik auf der einen Seite und zu historischem bzw. kollektivem Gedächtnis auf der anderen Seite.
Durch den Sieg der Minderheit der Nationalen General Francos über die republikanische Bevölkerungsmehrheit im spanischen Bürgerkrieg, wendete sich die ideologische Gewalt des Regimes nach dem Krieg nicht nur gegen die politischen Einstellungen eines großen Teils der Bevölkerung, sondern auch gegen die persönliche und kollektive Erinnerung vieler Spanier. Die Geschichte wurde radikal uminterpretiert, persönliche Erfahrungen waren nur zulässig, wenn es sich um Erinnerungen von Veteranen der nationalen Seite oder Opfer republikanischer Repression handelte. Selbstkritik oder versöhnendes waren dabei wenig erwünscht. Andere Erinnerungen wurden klandestinisiert und nur noch im privaten Umfeld an die nächsten Generationen weitergegeben. In nur wenigen Ländern Europas kam es im 20. Jahrhundert zu einem derartigen Widerspruch zwischen kollektivem Gedächtnis und staatlichem Gedenken.
Auch mit der Demokratisierung wurde aus Angst vor der Reaktion der ehemaligen Schergen der Diktatur die Aufarbeitung der Traumata aus dem Krieg und der Nachkriegszeit von der Politik nur sehr zögerlich in Angriff genommen. Und wenn, ließ die Reaktion einflussreicher Kreise der ehemaligen franquistischen Eliten selten auf sich warten. Problematik, die die beiden deutschen Hispanisten Walther L Bernecker und Sören Brinkmann 2006 zu Ihrem Buch Kampf der Erinnerungen: Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936-2006 angeregt hat. Dieses Buch und eine Reihe von spanischsprachigen Aufsätzen werden der Lehrveranstaltung als grundlegende Literatur dienen.
Benotung:
Der Großteil der Lektüre wird in Form von Hausübungen absolviert. Im Kurs selbst fokussieren wir uns auf die Interpretation und Kontextualisierung der Texte. Darum ist zur Bewertung der Prüfungsleistung eine aktive Beteiligung an den Übungen in den Unterrichtseinheiten, sowie die gewissenhafte Erledigung der Hausübungen grundlegend. Die Benotung erfolgt: 1. an Hand der sinnstiftenden Mitwirkung, die die Studierenden im Zuge der Lehrveranstaltung unter Beweis stellen; 2. mehrere Hausübungen (theoretische Lektüre und Deduktion von Forschungsfragen und Analysekategorien) die als Vorarbeit für die einzelnen Seminararbeit zu sehen sind; 3. eine Fallstudie von ungefähr 10 Seiten, abzugeben vor dem Referat; 4. die Kurzpräsentation der eigenen Fallstudie von 10 Minuten; Und 5. zwei aussagekräftige und hilfreiche peer-reviews von jeweils einer halben Seite zu den Arbeiten zweier Kollegen.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2015/16
Lehrveranstaltungspool FB 05
Musil Florian