Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Standards in der Sozialen Arbeit
Spätestens seit Beginn der 1990er Jahre haben Bestrebungen Konjunktur, die Leistungserbringung bei personenbezogenen Sozialen Dienstleistungen transparenter auszugestalten und deren Wirkungen messbar zu machen. Viele der aktuellen Reformansätze beinhalten ein formalisierendes und standardisierendes Vorgehen. Indikatoren und Kriterien für gelungenes Handeln sollen...
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Jetzt Lernplan erstellenSpätestens seit Beginn der 1990er Jahre haben Bestrebungen Konjunktur, die Leistungserbringung bei personenbezogenen Sozialen Dienstleistungen transparenter auszugestalten und deren Wirkungen messbar zu machen. Viele der aktuellen Reformansätze beinhalten ein formalisierendes und standardisierendes Vorgehen. Indikatoren und Kriterien für gelungenes Handeln sollen dabei helfen, Ergebnisse im Nachhinein zu beurteilen und zu bewerten. Es werden fachliche Standards formuliert, Prozessabläufe schriftlich fixiert, sogar umfangreiche Formularwerke entworfen, die dabei helfen sollen, sozialarbeiterisches Interaktionsgeschehen zu strukturieren, transparent und beurteilbar zu machen. Standardisierte Verfahren versprechen damit praxistaugliche Leitlinien für die alltägliche Arbeit und einen höheren Grad an Steuerungspotential. Von diesem Trend zeugen u.a. die auf standardisierte Vorgaben basierenden Qualitätsmanagementsysteme (z.B. DIN EN ISO 9000-2000), die in vielen Ländern von den Berufsverbänden vorgelegten Codes of Ethics, die Entwicklung standardisierter Assessmentverfahren, strukturierte Risikoeinschätzungsverfahren und evidenzbasierte Soziale Arbeit. Solche Tendenzen stoßen innerhalb der Sozialen Arbeit allerdings auch auf erhebliche Widerstände. Standardisierungsbestrebungen folgen, so ein Vorwurf, dabei vermeintlich eher einem ökonomischen Interesse und das zugrunde liegende Denkmuster sei allzu technologisch-rational. In diesem Lektüreseminar werden einige beispielhafte Projekte und die dort entwickelten Standards vorgestellt. Den Schwerpunkt der Veranstaltung bildet die Problematisierung der Standardisierungstendenzen und die Auseinandersetzung mit deren Chancen und Risiken. Dazu werden einschlägige Texte gemeinsam gelesen. Für die Veranstaltung wird ein Reader zusammengestellt.
FB 04 Sozialwesen
Uni Kassel
SS2006
Sozialwesen
Hansen Flemming