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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Subjektkonstitution im gesellschaftlichen Wandel

Das Subjekt ist nicht nur eine Frage, die der Philosophie oder Psychologie als entscheidendes Paradigma aufgegeben ist. Sie begegnet ebenfalls in der Anthropologie, den Kulturwissenschaften und auch in den Naturwissenschaften, bis hin zu den neueren Neurowissenschaften. In der Philosophie beißt...

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Das Subjekt ist nicht nur eine Frage, die der Philosophie oder Psychologie als entscheidendes Paradigma aufgegeben ist. Sie begegnet ebenfalls in der Anthropologie, den Kulturwissenschaften und auch in den Naturwissenschaften, bis hin zu den neueren Neurowissenschaften. In der Philosophie beißt sie sich an der Suche nach einer Grenze zwischen dem Anfang und dem Ende der Dinge, nach der Moral und der Vernunft fest. In der Psychologie markiert das Subjekt die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit, die Anthropologie fragt nach den Grundcharakteristika des Menschlichen und die Kulturwissenschaften nach jeweiligen Eigenarten. In den Naturwissenschaften schließlich droht das verkörperte Subjekt durch die Aufspührung seiner Determinanten, von Genen bis hin zu Gehirnen, zu verschwinden. Dieses Verschwinden oder der Tod des Subjekts ist ein Bild, das auch die Soziologie gerne anführt. Sie verordnet es hinter so genannte postmoderne Verhältnisse, versteckt es hinter dem Sozialen, der Gesellschaft, hinter Systemen und Diskursen. Trotzdem wagt das Seminar den Versuch, danach zu fragen, was uns die Soziologie in dem umkämpften Feld des Subjekts über es sagen kann. Dabei wird der Weg genommen vom klassischen Theorem der Individualisierung, die das Subjekt bereits mit Anbeginn der Moderne als widersprüchliches Verhältnis thematisiert. Es werden grundsätzliche Fragen zur Subjektkonstitution aufgeworfen und über die Frage nach dem Verhältnis von Subjekt, Arbeit und Gesellschaft heute ein Gegenwartsbezug hergestellt. Es wird ein Seminarreader als Kopiervorlage bereitgestellt. Bemerkung Das Lesen, Durcharbeiten und verständliche Darstellen von Thesen, Annahmen, Gedanken und Ideen ausgewählter Autoren anhand von Originaltexten sowie Sekundärliteratur gehört zum soziologischen Handwerkszeug und bildet eine Grundvoraussetzung für eine angenehme Arbeitsatmosphäre in Seminaren. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema, bietet das Seminar einen Raum zur Aneignung und zum Erproben soziologischen Argumentierens, Diskutierens und der (wissenschaftlichen) Präsentation der eigenen Ergebnisse, z.B. im Rahmen von Referaten und/oder Protokollen. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2014 Politik und Wirtschaft Mönkeberg Sarah