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Uni-Kassel
17. Juli 2017

Seminar Übung Bioindikation und Säugetiere in der Landschaftsplanung

Säugetiere spielen in der Landschaftsplanung eine immer wichtigere Rolle. Dies liegt zum Teil an der Schutzwürdigkeit einzelner Gruppen und Arten, die nicht zuletzt durch die FFH-Richtlinie unterstrichen wird. Zum anderen sind Säugetiere aufgrund ihrer Verbreitung und Lebensweise wie kaum eine...

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Säugetiere spielen in der Landschaftsplanung eine immer wichtigere Rolle. Dies liegt zum Teil an der Schutzwürdigkeit einzelner Gruppen und Arten, die nicht zuletzt durch die FFH-Richtlinie unterstrichen wird. Zum anderen sind Säugetiere aufgrund ihrer Verbreitung und Lebensweise wie kaum eine andere Gruppe im Zusammenhang großräumiger Planungsvorhaben betroffen und spielen im Sinne einer Bioindikation und Bewertung von Eingriffen eine besondere Rolle. In dem Seminar sollen zunächst die Grundlagen für die Berücksichtigung von Säugetieren in der Landschaftsplanung erörtert werden. Im Schwerpunkt werden dann ausgewählte Säugetiergruppen sowie spezifische Methoden zu deren Erfassung und Bewertung vorgestellt. Dabei wird die zur Verfügung stehende Literatur durch Beispiele aus der planerischen Praxis ergänzt. In einem Praxisteil werden die im Rahmen des Teilprojektes B 2.5 im E+E Vorhaben „Die Integration von Naturschutzzielen in den Ökologischen Landbau am Beispiel der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen“ im Sinne einer Erfolgskontrolle angewandten Methoden vorgestellt. Ziel der Veranstaltung ist, die Relevanz von säugetierkundlichen Fragestellungen für die planerische Praxis zu vermitteln. Darüber hinaus soll ein Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen der gängigen Methoden dargelegt werden. Themen •Systematik und Vorkommen von Säugetieren in Mitteleuropa und ihre Rolle in Ökosystemen (Einführungsreferat). •Anforderungen an säugetierökologische Fachbeiträge zur Landschaftsplanung. •Fledermäuse in der Landschaftsplanung vor dem Hintergrund der FFH-Richtlinie. •Ökologische Besonderheiten von Raubsäugern und ihre Nutzung für Beiträge zur Landschaftsplanung. •Kleinsäugervorkommen und ihre Nutzung zur differenzierten Standortbewertung. •Erfassung von Schlafmäusen und ihre Bewertung im Rahmen von Gutachten. •Telemetrie: Mögliche Fragestellungen, technische Grundlagen und Grenzen der Methode. •DNA-Sampling: Neue Möglichkeiten zur Erfassung heimlicher und seltener Säugetiere. •Jagdstrecken und ihre Brauchbarkeit für säugetierökologische Fragestellungen. •Die Erfassung und Bewertung von Säugetiervorkommen am Beispiel der UVS zum geplanten Ausbau des Verkehrsflughafens Kassel-Calden. •Praxis: Erfassung von Feldhasen mittels Scheinwerfertaxation. •Praxis: Erfassung von Kleinsäugervorkommen mittels Gewöllanalyse. •Praxis: Erfassung der Raumnutzung einer Feldhasenpopulation mittels Radiotelemetrie. Die einzelnen Themen werden von den Studierenden anhand stichpunktartiger Vorgaben mithilfe ausgewählter Literatur und Praxisbeispielen vorbereitet und in einem Referat vorgetragen. In der anschließenden Diskussion werden Form und Inhalt des Vortrags gemeinsam besprochen. Die Methoden werden vorgestellt, gemeinsam angewendet, die gewonnenen Ergebnisse ausgewertet und anschließend diskutiert. FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel SS2007 Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung Dipl. Biol. Lang Johannes Dipl Biol