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Uni-München
14. März 2017

Seminar und Lektürekurs Kants Kritik der teleologischen Urteilskraft Blockseminar

Die -Kritik der Urteilskraft- (1790) [KU] ist nach der -Kritik der reinen Vernunft- (1781) [KrV] und der -Kritik der praktischen Vernunft- (1788) [KpV] das dritte Hauptwerk des kritischen Kants und bildet zugleich den Abschluss seiner Kritik der Erkenntnisvermögen. Nachdem Kant...

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Die -Kritik der Urteilskraft- (1790) [KU] ist nach der -Kritik der reinen Vernunft- (1781) [KrV] und der -Kritik der praktischen Vernunft- (1788) [KpV] das dritte Hauptwerk des kritischen Kants und bildet zugleich den Abschluss seiner Kritik der Erkenntnisvermögen. Nachdem Kant die Prinzipien a priori des Verstandes und der praktischen Vernunft in der KrV und der KpV bereits dargelegt und gegen die Skepsis gesichert hat, untersucht er in der KU, ob -die Urteilskraft, die in der Ordnung der Erkenntnisvermögen zwischen dem Verstand und der Vernunft ein Mittelglied ausmacht, auch für sich Prinzipien a priori habe- (KU, AA V, 168), sowie den epistemologischen Status dieser Prinzipien. Die Untersuchung der Urteilskraft als mittleres Vermögen soll zugleich die Einheit von sinnlicher Gesetzgebung des Verstandes und übersinnlicher Gesetzgebung praktischer Vernunft trotz der -unübersehbare[n] Kluft- (KU, AA V, 175) von Sinnlichkeit und Übersinnlichkeit verständlich machen. Die KU gliedert sich in die Kritik der ästhetischen Urteilskraft und die Kritik der teleologischen Urteilskraft. Während in der Kritik der ästhetischen Urteilskraft die Begriffe des Schönen und Erhaben in der Natur und der Kunst analysiert werden und ihr Ursprung aufgezeigt wird, untersucht die Kritik der teleologischen Urteilskraft den Begriff der Naturzwecks und zeigt seinen Ursprung und seine Grenzen im Vermögen zu Urteilen auf. Systematisch kommen mit dem Begriff des Naturzwecks Fragen der philosophischen Biologie in den Blick: Unterscheidet sich die Beurteilung organisierter Wesen grundsätzlich von der Beurteilung unbelebter Natur? Was heißt es, dass Organismen zweckmäßig eingerichtete Wesen sind? Mit diesen Fragen geht auf erkenntnistheoretischer Ebene die allgemeine Frage nach Ursprung, Geltung und Grenzen teleologischer Urteile einher. Auf metaphysischer Ebene ist zu klären, ob wir in der Natur neben der effektiven Kausalität von Ursache und Wirkung eine finale Kausalität von Zweck und Mittel anzunehmen haben. Hinsichtlich der philosophischen Theologie stellt sich schließlich die Frage nach einem Endzweck der Natur und der Geltung teleologischer Beweise vom Dasein Gottes. Im Blockseminar werden wir zunächst den systematischen Ort der KU und der Kritik der teleologischen Urteilskraft im Werk des kritischen Kant erarbeiten. Bei der gemeinsamen Lektüre der Kritik der teleologischen Urteilskraft steht neben dem kritischen Nachvollzug der Gedanken Kants die kritische Prüfung der Argumentation im Vordergrund. Historisch ist eine Einführung in die Klassische Deutsche Philosophie Ziel des Seminars. Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Lektüre von Vorrede und Einleitung der KU, sowie der Kritik der teleologischen Urteilskraft vor Beginn des Blockseminars. Aktive Teilnahme am Seminargeschehen wird erwartet. Vorkenntnisse sind keine Teilnahmebedingung. Hilfreich sind aber grundlegende Kenntnisse der Philosophie Kants oder Aristoteles. • BA-Haupt- und Nebenfach Philosophie: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung) ODER (Referat+Ergebnisprotokoll); je nach Vorgabe der/s Dozierenden Anmeldung Bei der Vorbesprechung LMU München SoSe 2016 Beck Aljoscha Konstantin