Uni-München
14. März 2017Seminar und Lektürekurs Max Schelers materiale Wertethik
Eine Wertethik rekurriert zur Begründung und Rechtfertigung moralischer Forderungen auf Werte. Diese sollen inhaltlich bestimmte Vorgaben darstellen und gleichzeitig über Wertschätzungen und Gefühle in Personen verankert sein. Eine Wertethik steht daher vor zwei Herausforderungen: Zum einen hat sie zu zeigen,...
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Jetzt Lernplan erstellenEine Wertethik rekurriert zur Begründung und Rechtfertigung moralischer Forderungen auf Werte. Diese sollen inhaltlich bestimmte Vorgaben darstellen und gleichzeitig über Wertschätzungen und Gefühle in Personen verankert sein. Eine Wertethik steht daher vor zwei Herausforderungen: Zum einen hat sie zu zeigen, dass die Ethik nicht nur auf formalen Prinzipien, wie etwa dem kategorischen Imperativ Kants, gründet; zum zweiten muss sie den Verdacht zurückweisen, dass eine Wertethik nur subjektive und daher relative Begründungen liefern könne. Beiden Kritikpunkten stellt sich die Wertethik Max Schelers. Auf der Basis der Phänomenologie entwickelt Scheler in drei Schriften eine neue und in letzter Zeit vielfach wieder aufgegriffene Form der ethischen Begründung. In -Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik- (1913-16) begründet er seine Form der Wertethik in Absetzung vom Formalismus Kants. In -Zur Phänomenologie und Theorie der Sympathiegefühle und von Liebe und Hass- (1913, später: -Wesen und Formen der Sympathie-) untersucht er den Zusammenhang von Wert, Liebe und Gefühl. Der Aufsatz -Das Ressentiment im Aufbau der Moralen- (2015) bietet eine Analyse der ethischen Funktion von Hass. Wir erarbeiten im Seminar die Grundlagen von Schelers Wertethik durch kritische Lektüre von Auszügen aus diesen Texten; der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Formalismusbuch. Ziel ist nicht nur die Einführung in eine wichtige Form ethischer Argumentation, sondern auch die begriffliche Schärfung des vagen und oft missbrauchten Wertbegriffs.
Max Scheler (1954, 1980): Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik: Neuer Versuch der Grundlegung eines ethischen Personalismus, Gesammelte Werke Bd. II.
- (1955, 1972): Das Ressentiment im Aufbau der Moralen, in Gesammelte Werke Bd. III.
- (1973): Wesen und Formen der Sympathie, Gesammelte Werke Bd. VII.
Wolfhart Henckmann: Max Scheler. Beck'sche Reihe Denker, München 1998.
Leistungsnachweis
• BA-Hauptfach Philosophie - P 6 und P 8 sowie BA-Nebenfach Philosophie - WP 7, WP 9, WP 10 und WP 12: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung) ODER (Referat+Ergebnisprotokoll); je nach Vorgabe der/s Dozierenden
• nur, wenn der Kurs innerhalb des WP 5 im BA-Nebenfach Philosophie oder EWS belegt wird; Referat ODER Protokoll ODER Essay, je nach Vorgabe der/s Dozierenden
Zum universitären Leistungsnachweis im Lehramtserweiterungsfach Philosophie/Ethik bzw. Ethik gemäß LPO I von 2008 vgl.:
http://www.philosophie.uni-muenchen.de/studium/studiengaenge/lehramt_philo_ethik/uln-lpo-2008/index.html
Anmeldung
Muss zwischen dem 26.09. und dem 10.10.2016 über das LSF-System priorisiert belegt werden.
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DateinameBeschreibunggültig vongültig bis
Werte Handout 27-10.pdf Handout 1. Sitzung am 27.10.
Scheler-Seminar Programm.pdf Seminarprogramm
Scheler-Seminar Literaturliste.pdf Literaturliste
Scheler-Seminar 2 Handout.pdf Handout 2. Sitzung
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Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
• BA-Hauptfach Philosophie - P 6 und P 8 sowie BA-Nebenfach Philosophie - WP 7, WP 9, WP 10 und WP 12: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung) ODER (Referat+Ergebnisprotokoll); je nach Vorgabe der/s Dozierenden
• nur, wenn der Kurs innerhalb des WP 5 im BA-Nebenfach Philosophie oder EWS belegt wird; Referat ODER Protokoll ODER Essay, je nach Vorgabe der/s Dozierenden
Zum universitären Leistungsnachweis im Lehramtserweiterungsfach Philosophie/Ethik bzw. Ethik gemäß LPO I von 2008 vgl.:
http://www.philosophie.uni-muenchen.de/studium/studiengaenge/lehramt_philo_ethik/uln-lpo-2008/index.html
LMU München
WiSe 1617
Prof. Dr.
Mayer Verena