Seminar und Lektürekurs Naturphilosophie und Theologie in der epikureischen Tradition
Für ihre Vorstellungen über die Götter und die menschliche Seele wurden Epikur und seine Anhänger von der Antike bis zur Neuzeit durchgehend angefeindet. Den größten Anstoß nahmen die philosophischen Konkurrenten an der Konzeption der Seele, die gemäß der epikureischen Lehre...
Was lernst du wirklich?
Dieses Seminar taucht tief in die epikureische Tradition ein, die für ihre Ansichten über Götter und die menschliche Seele oft angefeindet wurde. Du lernst, wie Epikur durch naturphilosophische Erklärungen versuchte, die Angst vor dem Tod und göttlichen Strafen zu nehmen, um Seelenruhe (Ataraxie) zu erreichen. Außerdem beleuchten wir, wie diese Ideen die Philosophie der Renaissance maßgeblich beeinflussten.
Das wirst du lernen
Die zentralen naturphilosophischen und theologischen Konzepte Epikurs und seiner Anhänger verstehen.
Primärtexte der epikureischen Tradition und ihrer Kritiker analysieren und interpretieren können.
Die historischen Kontroversen um epikureische Lehren von der Antike bis zur Neuzeit nachvollziehen.
Den Einfluss epikureischer Ideen auf die Philosophie der Renaissance (z.B. Valla, Bacon) erkennen und bewerten.
Philosophische Argumente zur Seele, Vorsehung und Todesfurcht kritisch hinterfragen.
Fähigkeiten in der wissenschaftlichen Textarbeit und Argumentation vertiefen.
Passende Berufsfelder
Wissenschaft und Forschung (Philosophie, Geisteswissenschaften)Journalismus und Verlagswesen (Textanalyse, kritische Reflexion)Kultur- und Bildungsmanagement (Vermittlung komplexer Inhalte)Ethikberatung und Coaching (Umgang mit existenziellen Fragen)Politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit (historische und philosophische Kontextualisierung)
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Für ihre Vorstellungen über die Götter und die menschliche Seele wurden Epikur und seine Anhänger von der Antike bis zur Neuzeit durchgehend angefeindet. Den größten Anstoß nahmen die philosophischen Konkurrenten an der Konzeption der Seele, die gemäß der epikureischen Lehre genau wie der Körper nach dem Tod in ihre atomaren Bestandteile zerfällt, sowie an der Leugnung der göttlichen Vorsehung und Erklärung des gesamten Weltgeschehens ausschließlich aus physikalischen Prozessen und Zufällen. Durch diesen Ansatz soll es dem Menschen möglich werden, seine Angst vor dem Tod und vor göttlichen Strafen zu eliminieren, damit das höchste Ziel der Philosophie, die Seelenruhe (Ataraxie), verwirklicht werden kann.
Im Seminar werden zunächst die einschlägigen Quellen zur epikureischen Theologie und zu deren naturphilosophischen Grundlagen behandelt:
Epikur: Briefe an Herodot, Pythokles und Menoikeus (überliefert im 10. Buch in Diogenes Laertios' Leben und Lehrmeinungen der Philosophen); Philodem: Über die Götter; Lukrez: Über die Natur der Dinge; Cicero: Über das Wesen der Götter.
Anschließend werden die kreativen Einflüsse auf die Philosophie der Renaissance thematisiert, hatten doch die epikureischen Texte nach ihrem weitgehenden Verschwinden während der Spätantike erst seit dem 15. Jahrhundert wieder eine größere Verbreitung erfahren. Besprochen werden u. a.: Lorenzo Valla: Von der Lust oder Vom wahren Guten; Nikolaus von Kues: Über die Jagd nach der Weisheit; Francis Bacon: Über Atheismus; Pierre Gassendi: Zusammenfassung der Philosophie Epikurs.
Weitere Literaturangaben im Seminar.
Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft
• BA-Haupt- und Nebenfach Philosophie: Hausarbeit ODER (Referat+Ausarbeitung) ODER (Referat+Ergebnisprotokoll); je nach Vorgabe der/s Dozierenden
• nur, wenn der Kurs innerhalb des WP 6 im BA-Nebenfach Philosophie belegt wird: Referat ODER Protokoll ODER Essay; je nach Vorgabe der/s Dozierenden
Anmeldung
Muss zwischen dem 29.03. und dem 04.04.2016 über das LSF-System priorisiert belegt werden.
LMU München
SoSe 2016
Dr.
Kaiser Christian