Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Vollkommener Gott unvollkommene Welt Platon Plotin Bruno Leibniz
Die Vorbesprechung findet am Do. 28. 10.2010 von 14-16 Uhr im Raum 1102, AB 10 statt. Blocktermine: im Raum 0404, AB 2 Sa: 27.11.2010, 9-17 So: 28.11.2010, 9-17 Sa: 22.01.2011, 9-17 So: 23.01.2011, 9-17 -Dies [...] wäre eines von den...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Vorbesprechung findet am Do. 28. 10.2010 von 14-16 Uhr im Raum 1102, AB 10 statt.
Blocktermine: im Raum 0404, AB 2
Sa: 27.11.2010, 9-17
So: 28.11.2010, 9-17
Sa: 22.01.2011, 9-17
So: 23.01.2011, 9-17
-Dies [...] wäre eines von den Gesetzen und Vorschriften in bezug auf die Götter, kraft dessen nur so geredet und gedichtet sein darf, daß Gott nicht an allem Ursache ist, sondern nur an dem Guten.- Mit diesen Worten unterstreicht Platon die Güte des göttlichen Prinzips. Obgleich die meisten philosophischen Konzeptionen wie Platon von einem Gottesbegriff ausgehen, der die Güte, Gerechtigkeit und Vollkommenheit des ersten Prinzips betont, besteht im Verhältnis zwischen Gott und Welt oftmals eine eigentümliche Spannung. Tatsächlich ist die Frage, wie sich angesichts des gutes Gottes die Unvollkommenheit und Ungerechtigkeit der Welt erklären lassen, ein Grundproblem der abendländischen Philosophie, das in immer neuen Versuchen geklärt wird. So entwickelt Platon (428/427 - 348/347) das Verhältnis von vollkommener Idee und weniger vollkommenen Abbild. Der Neuplatoniker Plotin (ca. 205-270) denkt die Prinzipen von Einheit, Geist, Weltseele und Materie in hierarchischer Abstufung und zunehmender Seinsminderung. Im Gegenzug hierzu entwirft der Renaissancephilosoph Giordano Bruno (1548-1600) den positiven Gedanken des unendlichen Universums als des Ebenbildes Gottes. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) wiederum widmet sich explizit der Frage nach der Rechtfertigung Gottes und beantwortet sie mit der These der -besten aller möglichen Welten-.
Das Seminar versucht auf der Grundlage ausgewählter Texte die unterschiedlichen Positionen zu beleuchten. Das Verständnis grundlegender philosophischer Begriffe, die Prinzipien philosophischer Interpretation sowie die mündliche und schriftliche Darstellung sollen in eigenen Lernschritten vermittel werden.
Literatur:
Platon, Politeia, in der Übers. von F. Schleiermacher, Sämtliche Werke Bd. 3, hrsg. von W. Otto, E. Grassi, G. Plamböck, Hamburg 1058. Plotin, Die drei ursprünglichen Wesenheiten (Schrift V,1) in: Plotin, Seele - Geist - Eines, griech.-deutsch, eingel., mit Bemerkungen zu Text und Übersetzung und mit bibliographischen Hinweisen versehen von K. Kremer, Philosophische Bibliothek Bd. 428, Hamburg 1990. Giordano Bruno, Von der Ursache, dem Prinzip und Einen, Aus dem Ital. übers. von A. Lasson, mit einer Einleitung von W. Beierwaltes, hrsg. von P. R. Blum, Philosophische Bibliothek Bd. 21, Hamburg 71993. Gottfried Wilhelm Leibniz, Die Theodizee, Übersetzung von A. Buchenau, Phil. Bibliothek Bd. 71, Hamburg 1968.
FB 01 Institut für Philosophie
Uni Kassel
WiSe 2010/11
Philosophie HF
Dr.
Bönker Vallon Angelika