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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Von Serengeti darf nicht sterben bis zum Tierparkteletreff Eine deutsch deutsche Tiergeschichte der 1950er und 1960er Jahre in Film Funk Fernsehen und anderen populären Medien

Tierfilme, Tierdokumentationen und Dokusoaps sind aus der heutigen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Doch sie waren schon zu Beginn des Fernsehens alles Massenphänomen ein Genre, welches den Fernsehalltag nachhaltig mitbestimmte. Insbesondere die populären Zoosendungen, der 50er und 60er Jahre hatten dabei...

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Tierfilme, Tierdokumentationen und Dokusoaps sind aus der heutigen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Doch sie waren schon zu Beginn des Fernsehens alles Massenphänomen ein Genre, welches den Fernsehalltag nachhaltig mitbestimmte. Insbesondere die populären Zoosendungen, der 50er und 60er Jahre hatten dabei durchaus auch politische Funktionen und dienten gleichsam als ein vermeintlich unpolitisches Genre. In diesen Filmen wurden nicht nur Tiere dargestellt: gleichsam vermittelten diesen Filme auch Vorstellungen davon, wie menschliche Gesellschaften zu funktionieren hatten. Dies zeigt sich auch darin wie prominent West- und Ostfernsehen Tiersendungen präsentierte. Doch nicht nur im Fernsehen, sondern auch im Rundfunk, im Kino und in Zeitschriften kam dem Tier die Funktion als ordnendem Gegenüber zu. In diesem Seminar werden wir uns mit der ganzen Bandbreite dieses Genres beschäftigen, den Fernseh- und Kinofilmen (z.B. Serengeti darf nicht sterben- und -Lassie-), den Rundfunksendungen aus dem Zoo (Z.B. -Im Tierpark belauscht-) und der populären Jugendzeitschriften (z.B. -Der kleine Tierfreund-) und dabei zweierlei Ebene untersuchen. Zum einen wollen wir und allgemein mit der Funktion von Tieren in populären Medien aus historischer Perspektive nähern und dabei Analysemittel kennenlernen, mit denen wir diese als historische Quellen nutzbar machen können. Dabei soll ein Zugang gewählt werden der, tiergeschichtlich orientiert, die Wichtigkeit der Präsenz der Tiere für diese Geschichte herausstreicht. Zum zweiten wollen wir uns mit zeitgeschichtlichen Fragestellungen der deutsch-deutschen Geschichte der 1950er und 1960er Jahre befassen und den Tierfilm als Aufhänger für eine kulturgeschichtliche Annäherung an die Nachkriegszeit, die Blockbildung und den Kalten Krieg wählen. Ziel des Seminars ist es, dass die Studierenden das methodische Handwerkszeug für die Nutzung von kulturgeschichtlichem Quellenmaterial erhalten und lernen, über die Analyse dieser Medien Aussagen über die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1950er und 1960er Jahre machen zu können. Ferner sollen sie lernen, tiergeschichtliche Zugänge nutzbar für die Schreibung der deutsch-deutschen Geschichte zu machen. Literatur zur Vorbereitung Maren Möhring, Massimo Perinelli, Olaf Stieglitz (Hrsg.), Tiere im Film. Eine Menschheitsgeschichte der Moderne, Köln 2009. Anna-Katharina Wöbse, Der Kleine Tierfreund – zur Jugend der deutschen Ökobewegung. In: Udo Simonis (Hrsg.), Jahrbuch Ökologie 2007. München 2006, S. 131-142. Christoph Kleßmann, Spaltung und Verflechtung. Ein Konzept zur integrierten Nachkriegsgeschichte, in: ders./Peter Lautzas (Hrsg.), Teilung und Integration. Die doppelte deutsche Nachkriegsgeschichte als wissenschaftliches und didaktisches Problem, Bonn 2005, S.20-37. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2015 Geschichte Geschichte Prof. Dr. Roscher Mieke