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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar WAS IST WAS Wahrnehmen wahrnehmen in Theorie und Praxis

Bestimmte Vorurteile über unsere Lokalisierung im Raum wurden laut Arthur Eddigton von affenähnlichen Vorfahren an uns überliefert. Wir wollen in Vorträgen, Aufführungen und Filmbeispielen von/über Kunst in Bezug auf Architektur sprechen. Ausgehend von den Überlegungen zu Wahrnehmung/Beobachtung Heinz von Foersters...

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Bestimmte Vorurteile über unsere Lokalisierung im Raum wurden laut Arthur Eddigton von affenähnlichen Vorfahren an uns überliefert. Wir wollen in Vorträgen, Aufführungen und Filmbeispielen von/über Kunst in Bezug auf Architektur sprechen. Ausgehend von den Überlegungen zu Wahrnehmung/Beobachtung Heinz von Foersters eignen wir uns die Arbeiten von Marcel Duchamp, George Brecht, Glenn Gould, John Cassavetes und anderen an, die sich mit jeweils eigenem Humor dem WAS IST WAS in der Wahrnehmung gewidmet haben. WAS IST WAS beschäftigt sich mit einer Haltung bei kreativen Prozessen: WOMIT haben WIR ES bei ETWAS zu tun. Paradoxe spielen in den vorgestellten Lebenswerken daher nicht zufällig auf verschiedene Weise eine bedeutende Rolle: Im Grenzbereich des eindeutig Definierbaren, dort, wo Bedeutung sich in sich aufzuheben scheint, liegt auch ein großer Teil des Spasses: Nur die Fragen, die prinzipiell unentscheidbar sind, können wir entscheiden.Heinz von Foerster Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt.Marcel Duchamp Ist das Bügeleisen, das ich seit 20 Jahren als Türstopper benutze, nun ein Bügeleisen oder ein Türstopper?George Brecht Der blinde Fleck: Halten Sie das Buch mit der rechten Hand, schließen Sie das linke Auge und fixieren Sie den Stern mit dem rechten Auge. Bewegen Sie sodann das Buch langsam entlang der Sehachse vor und zurück, bis der Abstand erreicht ist (ca. 20 - 25 cm), bei dem der große schwarze Punkt verschwindet. Wenn der Stern gut fixiert wird, bleibt der Punkt unsichtbar, auch wenn das Buch langsam parallel zu sich selbst in beliebiger Richtung bewegt wird. Diese lokalisierte Blindheit ist eine direkte Folge des Fehlens von Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) an dem Punkt der Retina, dem „blinden Fleck“, wo alle Fasern von der lichtempfindlichen Schicht des Auges zusammenkommen und den Sehnerv bilden. Es liegt auf der Hand, dass der Punkt, wenn er auf den blinden Fleck projiziert wird, nicht gesehen werden kann. Es ist zu betonen, dass diese lokalisierte Blindheit nicht als dunkle Wolke in unserem visuellen Feld wahrgenommen wird (eine dunkle Wolke sehen würde bedeuten, dass man „sieht“), sondern dass diese Blindheit überhaupt nicht wahrgenommen wird, d.h. weder als etwas, das gegeben ist, noch als etwas, das fehlt: Wir sehen, dass wir nicht sehen. Heinz von Foerster FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WS 2006/2007 Architektur FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Strieder Markus