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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Weltbilder und ihre soziokulturellen Produktionsstätten als Herausforderung im Sachunterricht

Die Geographie wird sehr rasch als auf Visualisierung basierende Disziplin mit länderkundlichen Prinzipien, mit flächendeckenden Darstellungen und mit (-Welt-)-Karten-Produktion assoziiert. – Ein Teil der Paradigmen- und Ideengeschichte der Geographie als Raumwissenschaft liefert mit der entsprechenden Vorrangstellung von Prinzipien der Deskription,...

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Die Geographie wird sehr rasch als auf Visualisierung basierende Disziplin mit länderkundlichen Prinzipien, mit flächendeckenden Darstellungen und mit (-Welt-)-Karten-Produktion assoziiert. – Ein Teil der Paradigmen- und Ideengeschichte der Geographie als Raumwissenschaft liefert mit der entsprechenden Vorrangstellung von Prinzipien der Deskription, des Kausalitätsprinzips, des morphogenetischen Ansatzes auch einen entsprechenden Nährboden: Genauigkeit, Vollständigkeit und auch Naturähnlichkeit wurden und werden als beispielhafte Kategorien einer jeweiligen -Objektivität- gehandelt. – Dabei sind bereits Karten in ihren jeweiligen Repräsentationen von Zeit und Raum Welt-Bild-Generatoren und nicht einfach -nur- Werkzeug zur bloßen Weltdarstellung. Bereits bei der Erstellung einer jeweiligen Karte begegnen sich unvermeidbare (!) Subjektivität und Standardisierungsmechanimen. Angesichts dieser Erkenntnis gilt es nicht, in Verzweiflung auszubrechen, sondern vielmehr darum, eine solche Einsicht als Impuls für neue Fragestellungen heranzuziehen. Denn die Kartenproduktion ist nur eine von vielen Produktionsstätten jener Weltbilder: Schulbuch-wahrheiten-, Kinderspielfilme,- erzählungen, -hörspiele, Glanzpapierbroschüren, aber auch außerschulische Lernorte, musealisierte Szenarien, …, …, ….spielen eine erhebliche Rolle bei den Zuschreibungen von -erfolgreich- und -gescheitert-, -krank- und -gesund-, -stark- und -schwach-, -schmutzig- und -sauber-, -fair- und -gemein-, …, …. Das Spektrum der Generatoren für Weltbilder ist breit, ebenso breit wie das Spektrum von dem, was sich bei den geistigen Repräsentationen von Orten, Räumen, Kulturen in den Köpfen manifestiert. Es sind vielmehr diese -Bilder-, die Ideen von einem Zusammenleben, die eventuelle Gradienten des Bösen, die letztendlich auch Handlungen, Widerstände, Fragen oder auch ein Verstummen von Menschen bedingen. In dieser Veranstaltung werden nicht nur exemplarisch die unterschiedlichen Produktionsstätten betrachtet und analysiert, sondern auch konkrete Studien- und Lernprojekte entworfen, die Bild-Archäologien unterschiedlicher Art ins Zentrum stellen, um sie zu kontextualisieren, auf Paßgenauigkeiten, aber auch Bildstörungen hin zu betrachten, mögliche Gegenbilder zu entwerfen und nicht zuletzt der Frage nachzugehen, was diese Bilder mit uns und was wir mit ihnen machen. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2014/15 Sachunterricht Prof. Dr. Kruckemeyer Frauke