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Uni-München
14. März 2017

Seminar Wirtschaft und Politik in Europa nach 1945

Autarkie, Sozialismus, Ordoliberalismus, development economics, Neoliberalisms - vor dem Hintergrund dieser und weiterer konkurrierende ökonomischer Ordnungsmodelle kann das 20. Jahrhundert mit Recht als ein großes wirtschaftspolitisches -Experimentierfeld- bezeichnet werden. Dabei standen hinter diesen Ismen und Etiketten keineswegs bloß abstrakte Theorien....

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Autarkie, Sozialismus, Ordoliberalismus, development economics, Neoliberalisms - vor dem Hintergrund dieser und weiterer konkurrierende ökonomischer Ordnungsmodelle kann das 20. Jahrhundert mit Recht als ein großes wirtschaftspolitisches -Experimentierfeld- bezeichnet werden. Dabei standen hinter diesen Ismen und Etiketten keineswegs bloß abstrakte Theorien. Im Zuge der -Verwissenschaftlichung des Sozialen- (Lutz Raphael) erlangten die Wirtschaftswissenschaften im Laufe des 20. Jahrhunderts eine immer größere Deutungsmacht. Ökonomen als Politikberater und -Experten- stiegen zu zentralen Figuren der europäischen und internationalen Politik auf. Die Erfindung makroökonomischer Größen wie das Bruttoinlandsprodukt, neue, auf der Wirtschaftspolitik basierende Legitimationsformen, global konzipierte Vorstellungen von Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit formten die Wahrnehmung über das Verhältnis von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf entscheidende – und oft auch krisenresistente – Weise. So hat nicht zuletzt die Finanzkrise, die im Jahr 2008 mit dem Zusammenbruch US-amerikanischer Großbanken begann, gezeigt, wie unerschütterlich weiterhin das Vertrauen in bestimmte wirtschaftspolitische Modelle und in die Ökonomen als -Experten- ist. In diesem Basiskurs werden wir uns dem Verhältnis von Politik und Wirtschaftswissen im 20. Jahrhundert aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Dabei wird es weniger um Wirtschaftsgeschichte im herkömmlichen Sinne gehen. Vielmehr soll die Wirtschaftsgeschichte als eine -Kulturgeschichte- verstanden werden, bei der die Kategorien -Wahrnehmung-, -Denkstil-, -Vertrauen- oder -Expertenwissen- eine tragende Rolle spielen. Dabei wird der Fokus auf der europäischen Geschichte liegen, ohne jedoch die außereuropäischen -Experimentierfelder- aus dem Blick zu verlieren. Sprachkenntnisse: Gute Englischkenntnisse werden vorausgesetzt. Prüfungsformen im BA und mod. Lehramt: KL+RE+HA Zur Einführung: Hartmut Berghoff (Hg.): Wirtschaftsgeschichte als Kulturgeschichte. Dimensionen eines Perspektivenwechsels, Frankfurt a.M. 2004. Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften LMU München WiSe 1415 Antolin Hofrichter Andrés