Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Zeit und Raum in mittelalterlichen Handschriften
Ein Seminar zu Raum und Zeit in mittelalterlichen Handschriften erlaubt weit mehr, als anhand historiographischer Fragen in die Praxis des Lesens alter Schriften und des Interpretierens von Miniaturen einzuführen. Denn im Zuge einer thematischen Arbeit mit Codices und Fragmenten aus...
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Jetzt Lernplan erstellenEin Seminar zu Raum und Zeit in mittelalterlichen Handschriften erlaubt weit mehr, als anhand historiographischer Fragen in die Praxis des Lesens alter Schriften und des Interpretierens von Miniaturen einzuführen. Denn im Zuge einer thematischen Arbeit mit Codices und Fragmenten aus dem Mittelalter können die theoretischen Fragen des Geschichtsstudiums praktisch vertieft und materiell veranschaulicht werden. So ist zu erfahren, welche Materialien und Pergamentsorten zur Buchherstellung verwendet wurden, welche Formate, Formatierungen und Ausstattungen für welche Zecke geeignet waren und welche Rückschlüsse vorhandene Gebrauchsspuren zulassen. Wichtig ist dabei, dass Handschriften nicht nur Auskunft über eine vergangene Gesellschaft geben, sondern auch den Umgang mit schriftlichem Wissen in der kulturellen Praxis enthüllen.
Ziel des Seminars ist es deshalb, Kenntnisse und Fertigkeiten im wissenschaftlichen Umgang mit mittelalterlichen Handschriften zu vermitteln. Derartige Fähigkeiten sind Grundlage für wissenschaftliches Arbeiten, für die Vermittlung von historischem Wissen in Museen und Schulen sowie für Karrieren in Bibliothek, Archiv und Wissenschaft. Besonders wertvoll ist in diesem Kontext die Kooperation mit der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel und das Co-Teaching mit Frau Dr. Patrizia Carmassi, einer ausgewiesenen Expertin für Paläographie, Kodikologie, Bibliotheksgeschichte, Text- und Bildforschung, die mit den dortigen Handschriftenbeständen bestens vertraut ist. Geplant sind während des Aufenthalts in Wolfenbüttel (5.-7. Dezember; bezuschusst aus den QSL-Mitteln des Fachbereichs) kurze Vorträge und Gesprächsrunden, die das angeleitete wie selbstständige Arbeiten an den Originalen durch theoretische Blöcke ergänzen, Einblicke in verschiedene Arbeitsfelder der Bibliothek gewähren sowie die Möglichkeit bieten, Kontakte zu knüpfen. Angefragt sind Dr. Christian Heitzmann, Leiter der Abteilung Handschriften und Sondersammlungen, sowie Torsten Schaßan, der dort für digitale Editionen verantwortlich ist. Denn gerade der digitale Umgang mit historischen Quellen gewinnt heute zusehends an Bedeutung. Die Herzog August Bibliothek ist hier mit der Wolfenbütteler Digitalen Bibliothek und den digitalen Editionen eine der führenden Institutionen in Deutschland und von internationalem Renommee.
Die Arbeit an den Handschriften in Wolfenbüttel wird in den regelmäßigen Seminarsitzungen in Kassel vor- und nachbereitet. Die Lehrveranstaltung richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die die vielfältigen Zugänge zu Originalen beispielhaft erkunden wollen und als Vermittlerinnen und Vermittler von Geschichte auch einmal mit Originalen gearbeitet haben sollten. Die Exkursion nach Wolfenbüttel wird aus den QSL-Mitteln des Fachbereichs bezuschusst. Wegen der Beschränkung auf zwölf Studierende wird eine rechtzeitige Anmeldung erbeten.
Einführende Literatur: Matthias Kluge (Hg.), Handschriften des Mittelalters. Grundwissen Kodikologie und Paläographie,2. Aufl., Ostfildern 2015.
Bemerkung
mit praktischem Block in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel vom 5. bis 7. Dezember 2016, bezuschusst aus den QSL-Mitteln des Fachbereichs. Wegen der Beschränkung auf zwölf Studierende wird eine rechtzeitige Anmeldung erbeten.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2016/17
Geschichte
Prof. Dr.
Baumgärtner Ingrid