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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Zwischen Vergöttlichung und Unterwerfung Neuzeitliche Konzepte der Natur Bruno Bacon Spinoza Rousseau

Vorbesprechung am 19.04.2012 von 14.00 - 16.00 Uhr in Raum 1306 NP 1 Die Frage, was unter der Natur zu verstehen ist und wie man mit der Natur umgehen soll, beschäftigt die Philosophen seit der Antike. In der Neuzeit wird...

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Vorbesprechung am 19.04.2012 von 14.00 - 16.00 Uhr in Raum 1306 NP 1 Die Frage, was unter der Natur zu verstehen ist und wie man mit der Natur umgehen soll, beschäftigt die Philosophen seit der Antike. In der Neuzeit wird die Auseinandersetzung um eine Vielzahl von Aspekten aus den Bereichen der Gotteslehre, Metaphysik, Pädagogik und Technik bereichert. Die Interpretation der Natur steht im Spannungsgefüge von Vergöttlichung und Unterwerfung, dessen innere Widersprüchlichkeit und theologische Brisanz die Naturphilosophie der Folgezeit maßgeblich beeinflussen. Der Renaissancephilosoph Giordano Bruno (1548-1600) entwickelt auf dem Boden der traditionellen Einheitsmetaphysik ein pantheistisch anmutendes Konzept der einen unendlichen und beseelten Natur, das die Wirkmacht Gottes mit der Natur gleichzusetzen scheint. Der Rationalist Baruch de Spinoza (1632-1677) greift mit der Formel -Gott oder die Natur- (deus sive natura) das Programm der Gleichsetzung von Gott und Natur auf. Während das unendliche Wesen Gottes als ewige Substanz und schöpferische Natur (natura naturans) verstanden wird, bedeutet die hervorgebrachte Natur (natura naturata) den Inbegriff der Dinge als Modifikationen der Gottheit. Für Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) wiederum gilt die Natur - neben den Dingen und den Menschen - als maßgebliches pädagogisches Prinzip, durch das der Mensch in die Lage versetzt wird, in der Zivilisation zu bestehen und den Gesellschaftsvertrag zu erfüllen. Freilich lassen sich innerhalb der langwierigen Auseinandersetzung um den Begriff der Natur auch andere Modelle ausmachen, die weder das theologisch-metaphysische noch das pädagogische Anliegen aufweisen. Als Beispiel hierfür soll auf Francis Bacon (1561-1626) verwiesen werden, der - obwohl die Natur immer auch eine gebende Kraft bleibt - dennoch die experimentelle Erforschung und intensive technische Nutzung der Natur fordert Giordano Bruno, Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen, übers. von A. Lasson, eigeleitet von W. Beierwaltes, hg. von P. R. Blum, phil. Bibliothek Bd. 21, Hamburg (Meiner) 1983. Francis Bacon, Neues Organon, lat.- deutsch, hrsg. von W. Krohn, 2 Teilbände, Philosophische Bibliothek 400a und 400b, Hamburg 1990. Baruch de Spinoza, Kurze Abhandlung von Gott, dem Menschen und dessen Glück, hg. von W. Bartuschat, Philosophische Bibliothek Bd. 91, Hamburg 1991. Rousseau, Jean-Jacques, Emile oder über die Erziehung, hg. Eingeleitet und mit Anmerkungen versehen von M. Rang, Reclam-Universalbibliothek Nr. 901, Stuttgart 2009. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel SoSe 2012 Philosophie Philosophie NF Dr. Bönker Vallon Angelika