Uni-Siegen
14. März 2017Sozialraumerkundungen mit Menschen mit Behinderungen
In der Behindertenhilfe wie in anderen Feldern der Sozialen Arbeit kann eine Sozialraumsensibilität zu einem besseres Verständnis der Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen und eine Verbesserung professioneller Unterstützung beitragen. Die Teilhabe von Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung wird durch...
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Jetzt Lernplan erstellenIn der Behindertenhilfe wie in anderen Feldern der Sozialen Arbeit kann eine Sozialraumsensibilität zu einem besseres Verständnis der Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen und eine Verbesserung professioneller Unterstützung beitragen. Die Teilhabe von Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung wird durch immaterielle und oft unsichtbare Barrieren erschwert. Es handelt sich um grundlegende Annahmen und Zuschreibungen hinsichtlich der Kompetenzen von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, die durch ein fürsorgliches Hilfesystem und durch besondernde Schutzräume verstärkt werden. Solche Barrieren können nur durch Lernprozesse bei allen Beteiligten und systematische Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen erkannt und überwunden werden. Eine sozialraumorientierte Unterstützung und Planung von Hilfen setzt eine Erkundung des unmittelbaren Lebensumfeldes voraus. Barrieren können beispielsweise durch die Stärkung des Selbstbewusstseins von Menschen mit Behinderungen, ihr selbstverständliches Auftreten in der Öffentlichkeit, eine auf Selbstbestimmung zielende Assistenz und eine erhöhte Sensibilität von Menschen ohne Behinderung abgebaut werden.
Die Lehrveranstaltung wird in Kooperation mit den ambulanten Diensten des Vereins INVEMA, der AWO und des Lebenshilfecenters sowie dem Behindertenbeauftragten der Stadt Siegen durchgeführt.
Die Lehrveranstaltung dient der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Ansatz der Sozialraumorientierung und seiner Bedeutung für die professionelle Unterstützung von Menschen mit Behinderungen. Integraler und für alle Teilnehmer/innen verpflichtender Bestandteil der Veranstaltung ist ein Praxisprojekt zur Sozialraumerkundung. Das Praxisprojekt umfasst vier Teile
1. Einführungsseminar
Gemeinsam mit Nutzer/innen findet eine Einführung in die Sozialraumerkundung statt. Es werden Paare aus je einem Studierenden und einer/einem Nutzer/in gebildet und eine gegenseitige Sozialraumorientierung vorbereitet. Die Einführungsseminar finden in den Räumen des jeweiligen Dienstes statt (AWO und Lebenshilfecenter am Fr 29.4. 15.30 bis 19.30; INVEMA Fr. 6.5. 15.30 bis 19.30). Die Zuordnung zu jeweils einer Gruppe findet zu Beginn des Seminares statt.
2. Sozialraumerkundungen
Nach einem im Einführungsseminar erarbeiteten Raster unternehmen die dort gebildeten Paare/Gruppen eine Begehung des sozialen Nahraums der Menschen mit Behinderung und der Studierenden. Sie halten wichtige ‚Wohlfühlorte' und ‚Meideorte' aus den alltäglich genutzten Sozialräumen fotografisch fest und dokumentieren die Ergebnisse.
3. Auswertungsseminar
Das Auswertungsseminar soll dazu dienen, die Plakate in den Zweier-Gruppen zu gestalten. Anschließend sollen die Sozialräume verglichen werden. Es werden strukturelle Ähnlichkeiten und Unterschiede herausgearbeitet (AWO und Lebenshifecenter Fr 27.5. 15.30 bis 19.30; INVEMA Fr 17.6. 15.30 bis 19.30).
4. Öffentliche Abschlussveranstaltung
Die Ergebnisse sollen in einer öffentlichen Veranstaltung im Rathaus präsentiert werden. Der Termin ist Freitag 15. Juli um 15.30 Uhr.
Die regelmäßigen Veranstaltungstermine werden in der Zeit der Sozialraumerkundung erheblich reduziert. Wenn Sie sich zu dem Seminar anmelden, berücksichtigen Sie bitte die Besonderheit der Terminplanung und den zeitlichen Aufwand. Kenntnisse oder Erfahrungen im Bereich der Behindertenhilfe werden nicht als Teilnahmevoraussetzung erwartet. Das Seminar führt in den Ansatz der Sozialraumorientierung ein und soll auch Studierende ansprechen, die nicht planen, nach dem Studium im Arbeitsfeld der Behindertenhilfe tätig zu werden.
Dieses Seminar bietet gute Möglichkeiten für die Entwicklung eines Themas für Ihre Bachelorabschlussarbeit.
Forschungswerkstatt
In dem Seminar können 3 KP (unbenotet) durch eine kurze Reflexion der Sozialraumerkundung oder 4 KP (benotet) durch eine ausführliche Reflexion erworben werden.
Universität Siegen
SoSe 2011
Aktuelle Theorien der Sozialen Arbeit
Interkulturelle Soziale Arbeit
Modelle vom auffälligen Kind