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Uni-Siegen
14. März 2017

Sprache und Protest II

Ziel des Seminars ist es, sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das Feld Sprache und Protest zu verbinden. Protest ist, wenn ich sage das und das passt mir nicht zitierte Ulrike Meinhof in einem ihrer konkret-Artikel aus dem Jahre 1968...

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Ziel des Seminars ist es, sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das Feld Sprache und Protest zu verbinden. Protest ist, wenn ich sage das und das passt mir nicht zitierte Ulrike Meinhof in einem ihrer konkret-Artikel aus dem Jahre 1968 einen Black-Power-Aktivisten, um danach über das Verhältnis und den Übergang von spontanem verbalen und non-verbalen Protest zu aktivem, physischem Widerstand zu räsonieren. Welche Rolle spielt also Sprache in der Formierung von politischem Protest? Welche sprachlichen Besonderheiten, welche typischen Argumentationsmuster, welchen charakteristischen Wortschatz und welche Narrationen gibt es? Welche Eigenheiten haben die verschiedenen Textsorten wie politische Rede, Manifest oder Flugblatt?  Die Ereignisse des Jahres 1968 prägen den Diskurs um politischen Prostest in der BRD bis heute. Wir werden daher just diesen historischen Punkt aufsuchen, das abgesehen von 1789 wohl dichteste Jahr der Weltgeschichte (Peter Sloterdijk) oder einfach gesagt, diesen großartigen Tumult (Hans Magnus Enzensberger) der Jahre um 1968, um uns Protest-, Inszenierungs- und nicht zuletzt auch Distinktionspraktiken zu vergegenwärtigen und in theoretischen Abhandlungen, Parteiprogrammen, Kommandoerklärungen und spontanen verbalen Unterbrechungen nach einer Leitsemantik des Protests, der Protestbewegungen und ihrer Vor- und Nachläufer zu fahnden. Wie ist der Zusammenhang zwischen Performanz und Protestpraxis bzw. deren theoretischer Produktion und Verarbeitung? Bei der Beschäftigung mit derlei Fragen stützen wir uns insbesondere auf Forschungsansätze aus den Bereichen Politolinguistik und (kritische) Diskursanalyse, um so auch relevante Methoden zur wissenschaftlichen Erforschung des Gegenstandes kennenzulernen. Die Bereitschaft zur Lektüre und das Interesse an der Diskussion von wissenschaftlichen Texten setzen wir im Seminar voraus! ACHTUNG: Dieser Kurs ergänzt und vertieft die Inhalte des Seminars -Sprache und Protest I-! Die Teilnahme an diesem Kurs ist nicht abhängig vom erfolgreichen Besuch des ersten Teils, dennoch wäre es gewiss vorteilhaft, wenn Sie beide Kurse belegen und so die im semesterbegleitenden Kurs erworbenen Kenntnisse im Kompaktseminar vertiefen und einen umfassenden Einblick in die Thematik gewinnen (Überblick und Vertiefung möglich!). Die Einladung zu einem vorbereitenden Besprechungstermin während des Semesters folgt. Der genaue Seminarplan und die relevante Literatur wird dort vorgestellt werden. Texte und Arbeitsmaterialien werden - nach Möglichkeit - in einem elektronischen Semesterapparat zur Verfügung gestellt. Deus, Fabian Universität Siegen WiSe 2016/17 Germanistik - Linguistik Dipl.-Soz.päd. Gringmuth Sven Dipl Soz.päd