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Uni-Siegen
14. März 2017

Substantiv und Nominalphrase im Deutschen

Zur Veranstaltung Unter den Hauptwortarten sind Substantive die syntaktischen -Nichtspezialisten-. Anders als Verben, die auf die Prädikatssphäre spezialisiert sind, und Adjektive, die sich modifizierend auf andere Wortarten beziehen, finden wir Substantive (und Substantivgruppen bzw. Nominalphrasen) in so gut wie allen...

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Zur Veranstaltung Unter den Hauptwortarten sind Substantive die syntaktischen -Nichtspezialisten-. Anders als Verben, die auf die Prädikatssphäre spezialisiert sind, und Adjektive, die sich modifizierend auf andere Wortarten beziehen, finden wir Substantive (und Substantivgruppen bzw. Nominalphrasen) in so gut wie allen syntaktischen Funktionen: Als Satzsubjekte, -objekte, als Attribute, als Prädikatsnomina und als regierte Bestandteile von Präpositionalgruppen. Zahlenmäßig bilden die Substantive die größte und reichhaltigste Lexemklasse des Deutschen. Mit den Mitteln der Wortbildung (Komposition und Ableitung) kann die Klasse der Substantive nahezu beliebig erweitert werden, und als syntaktisches Substantivierungsmittel für die Wörter anderer Lexemklassen steht zusätzlich noch der Artikel zur Verfügung: etc. Weil Substantive so die -unmarkierte- Wortklasse des Wortartensystems bilden, zeigen sie selbst und die von ihnen dominierten Nominalphrasen sehr viel Variation. In der traditionellen Grammatik werden die syntaktischen Optionen der Nominalphrase unter der Überschrift -Attribute- verhandelt. Es fällt auf, dass die Unterklassen der Substantive sich als Nuklei komplexer Nominalphrasen sehr unterschiedlich verhalten. Eigennamen und substantivische Pronomina taugen kaum für attributive Erweiterungen (*, *, * etc.), offenbar weil Pronomina und Eigennamen auch ohne Zusatz schon Referenten identifizieren. Deverbale Substantive hingegen herrschen oft über ziemlich komplexe Phrasen: und andere Phrasenungetüme sind in der Zeitungs- und Verwaltungssprache nicht selten. In der Veranstaltung wollen wir versuchen, die Wortart Substantiv und die von Substantiven beherrschten syntaktischen Umgebungen systematisch zu beschreiben. Es versteht sich, dass dabei auch andere Wortarten, sofern sie syntaktisch auf das Substantiv bezogen sind (Artikelwörter, Pronomina) oder in der Nominalphrase eine wichtige Rolle spielen (attributive Adjektive) vorkommen. Themenplan [1] Einführung und Überblick [2] Substantiv als Wortart, Nominalphrase, Satzgliedfunktionen von Nominalphrasen (Knobloch 1994/95, Kap. 1-3) [3] Genus, Kasus, Numerus, Determination – Merkmale und Kategorien von Substantiven (Eisenberg 1999, Kap. 5) [4] Die so genannten semantischen Unterklassen von Substantiven und die Probleme ihrer Identifizierung: Appellativa, Eigennamen, Stoffnamen, Abstrakta, Kollektiva (Eisenberg 1999, Kap. 5.3.2) [5] Artikel, Artikelwörter, Determinative (Bisle-Müller 1991: Kap. 1 und 2) [6] Substantivische (und andere) Pronomina (Knobloch 1994/95, Kap. 7-8) [7] Adjektivische Attribute: Unterarten, Reihung, Funktionen (Engelen 1984: Kap. 7.2; Sichelschmidt 1989) [8] Das Genitivattribut, die wichtigsten Unterklassen und ihre -operationale- Unterscheidung (Engelen 1984: Kap. 7.3) [9] Präpositionale Attribute zu nominalen und deverbalen Nuklei [10] Relativsätze, restriktive, deskriptive, weiterführende (Eisenberg 1999: Kap. 8.5) [11] Übungen I: Eigennamen in Nachrichtentexten (Knobloch 1992a, 1994) [12] Übungen II: Überkomplexe Nominalphrasen in der Schrift- und Zeitungssprache (Material in Schmidt 1992: 209-216) [13] Übungen III: Nominalphrasen im kindlichen Spracherwerb (CHILDES-Material) Bisle-Müller, Hansjörg (1991): Artikelwörter im Deutschen. Semantische und pragmatische Aspekte ihrer Verwendung. Tübingen: Niemeyer. Eisenberg, Peter (1999): Grundriss der deutschen Grammatik II: Der Satz, Kap. 5 (Substantiv, Artikel, Pronomen) und Kap. 8 (Attribute). Stuttgart: Metzler. Engelen, Bernhard (1984): Einführung in die Syntax der deutschen Sprache, Band I, Vorfragen und Grundlagen. Baltmannsweiler: Pädagogischer Verlag. (Kap. 7, Attribut). Fabricius-Hansen, Catherine (1993): -Nominalphrasen mit Kompositum als Kern-. In: PBB (Tübingen) 115. S. 193-243. Knobloch, Clemens (1984): -Zur Behandlung der Attribute in den Grundzügen einer deutschen Grammatik-. In: Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 27. S. 101-118. Knobloch, Clemens (1992): -Funktional-grammatischer Aufbau der Nominalphrase im Deutschen-. in: Deutsche Syntax: Ansichten und Aussichten, hrsgg. von Ludger Hoffmann. Jahrestagung 1991 des IdS Mannheim. Berlin, New York 1992. S. 334-362. Knobloch, Clemens (1992a): -Eigennamen als Unterklasse der Nomina und in der Technik des Sprechens-. in: Sprachwissenschaft 17/1992, Heft 3/4. S. 451-473. Knobloch, Clemens (1994): -Eigennamen in Nachrichtentexten-. in: Zeitschrift für Germanistische Linguistik 22. S. 350-361. Knobloch, Clemens (1994/95): Vorlesung Deutsche Grammatik I: Nomen und Nominalgruppe. Skript. Kolde, Gottfried (1989): Der Artikel in deutschen Sachverhaltsnominalen. Tübingen: Niemeyer. Löbel, Elisabeth (1986): Apposition und Komposition in der Quantifizierung. Syntaktische, semantische und morphologische Aspekte quantifizierender Nomina Im Deutschen. Tübingen: Niemeyer. Schmidt, Jürgen Erich (1993): Die deutsche Substantivgruppe und die Attribuierungskomplikation. Tübingen: Niemeyer. Sichelschmidt, Lorenz (1989): Adjektivfolgen. Eine Untersuchung zum Verstehen komplexer Nominalphrasen. Opladen: Westdeutscher Verlag. Krüger, Josephine , M.A. Beachten Sie, dass Sie diesen Kurs nach den Prüfungsordnungen ab 2011 nicht besuchen dürfen, wenn Sie die für dieses Modulelement laut Fachspezifischen Bestimmungen und Modulhandbuch notwendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllen. Universität Siegen 20142 WiSe 2014/15 Univ.-Prof. Dr. Knobloch Clemens