Uni-Siegen
14. März 2017Text und Stilanalyse
Während die Textlinguistik Texte als komplexe sprachlich-kommunikative Entitäten erfasst und Kriterien zur Ermittlung von Gemeinsamkeiten von Texten bzw. Textsorten zu ermitteln sucht, geht es in der Stilanalyse darum, einen spezifischen Teilaspekt des Phänomens ‚Text‘ und des Handelns mit Texten zu...
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Jetzt Lernplan erstellenWährend die Textlinguistik Texte als komplexe sprachlich-kommunikative Entitäten erfasst und Kriterien zur Ermittlung von Gemeinsamkeiten von Texten bzw. Textsorten zu ermitteln sucht, geht es in der Stilanalyse darum, einen spezifischen Teilaspekt des Phänomens ‚Text‘ und des Handelns mit Texten zu betrachten.
Auf der Basis einiger textlinguistischer Grundannahmen, nehmen wir daraufhin vier Aspekte von Stil an. Er ist aufzufassen als Information des Textproduzenten an den Rezipienten über die zugrunde liegende Situation. Stil ist gleichzeitig Selbstdarstellung der/die SprecherIn/SchreiberIn und sagt etwas darüber aus, wie er/sie sich selbst sieht bzw. gesehen werden will. Stil ist darüberhinaus Mittel zur Beziehungsgestaltung. In welcher Art und Weise geschrieben/gesprochen wird, verrät, welche soziale Relation hergestellt werden soll, z.B. autoritär oder gleichberechtigt, offiziell oder privat, streng oder freundlich etc. Außerdem kann am Stil abgelesen werden, welches Verhältnis der/die TextproduzentIn zur Sprache selbst hat. So kann ein Text konventionell oder originell, normbewusst oder abweichend, einförmig oder variabel etc. sein. Eine Stilanalyse möchte demnach sowohl das WIE auf der Textoberfläche ermitteln, als auch ein WAS i.S.v. Sekundärinformationen pragmatischer Art liefern. (vgl. Fix/Poethe/Yos, 2001).
Wir wollen im Seminar Stil als Teilbereich der Textlinguistik kennenlernen und bei der Analyse unterschiedlicher Texte konkret anwenden. Dazu werden wir mithilfe verschiedener stilanalytischer Ansätze spezifische Regularitäten ermitteln und ganze Stilmuster für Texte aufstellen. Unsere Betrachtung reicht dabei von traditioneller Rhetorik, über phänomenologische, hermeneutische und strukturalistische Stilauffassungen bis zur funktionalen Analyse, Kontextualisierung und der pragmatischen Stilistik.
Ziel soll dabei sein, anhand zahlreicher eigener Untersuchungen von Texten ein fundiertes methodisches Instrumentarium zu erlangen, welches sowohl für das Analysieren als auch das Verfassen von wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Texten unabdingbar ist.
Ein genauer Seminarplan und eine ausführliche Literaturliste werden im ersten Seminar vorgestellt.
Ulla Fix/Hannelore Poethe/Gabriele Yos (2001): Textlinguistik und Stilistik für Einsteiger. Ein Lehr- und Arbeitsbuch. Peter Lang: Frankfurt am Main, Berlin, Bern
Germanistik - Sprachwissenschaft I
Beachten Sie, dass Sie diesen Kurs nach den Prüfungsordnungen ab 2011 nicht besuchen dürfen, wenn Sie die für dieses Modulelement laut Fachspezifischen Bestimmungen und Modulhandbuch notwendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllen.
Universität Siegen
WiSe 2015/16
M.A.
Fischer Luisa M.A