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Uni-Essen
14. März 2017

Übung 8230 auch auf Griechisch Diesmal der sog Aristeasbrief

Der Hellenismus stellt für uns, sofern wir verstehen, dass die Antike als ein großer Überlieferungs-zusammenhang auf uns gekommen ist, die Schlüsselepoche der Alten Geschichte dar. Denn seit Alexander dem Großen treten die griechische, später griechisch-römische und die Traditionen des Alten...

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Der Hellenismus stellt für uns, sofern wir verstehen, dass die Antike als ein großer Überlieferungs-zusammenhang auf uns gekommen ist, die Schlüsselepoche der Alten Geschichte dar. Denn seit Alexander dem Großen treten die griechische, später griechisch-römische und die Traditionen des Alten Orients in einen engen, im Besonderen von der griechischen Sprache getragenen Kulturzu-sammenhang. In der mittelalterlichen und neuzeitlichen Rezeption der Antike repräsentierte bis zu den Entzifferungen des 19. Jahrhunderts vor allem das Alte Testament diesen Zusammenhang. Voraus-setzung dafür – und zugleich herausragendes Beispiel für diesen ‚Hellenismus’ – war die Übertragung der Hebräischen Bibel in das Griechische (wie in der Spätantike dann in das Lateinische). Der sog. Aristeasbrief, Text eines Juden aus dem hellenistischen Alexandria des 2. Jh.s v. Chr., erzählt die Legende von der Übersetzung der Tora in die griechische Sprache durch 72 gelehrte Männer aus Jerusalem; dafür bürgerte sich schon in der Antike der Name Septuaginta (= siebzig) ein. Es sind aber vor allem die politischen und religiösen Absichten der Schrift, die sie zu einem kulturgeschichtlich hoch interessanten Zeugnis machen für die Dialektik von Abhängigkeit und Selbstbehauptung der jüdischen Gemeinden und ihrer Religion in ihrem Verhältnis zu den hellenistischen Königen und der herrschenden griechischen Kultur, d.h. hier der Philosophie. Das Seminar – in diesem Fall als interdisziplinäre Veranstaltung eines Althistorikers, einer Klas-sischen Philologin und eines Theologen – bietet die Gelegenheit, in der Regel mühsam erworbene Griechischkenntnisse an einem originalen Text zu erleben. Das Semester ist gewiss zu kurz für eine auch nur kursorische Lektüre des Aristeasbriefs. Dieser soll dennoch mit Hilfe der jetzt vorliegenden zweisprachigen Ausgabe im Ganzen überblickt und interpretiert werden. Diese Arbeit müssen wir in ein fruchtbares Verhältnis zur Erschließung des originalen Wortlautes setzen. Anforderungen: die Bereitschaft, sich griechische Textpassagen in wöchentlicher Vorbereitung zu erschließen. Aristeas: Der König und die Bibel, Griechisch / Deutsch hg. von Kai Brodersen, Stuttgart: Reclam 2008. Wolfgang Orth: Ptolemaios II. und die Septuaginta-Übersetzung, in: Heinz-Josef Fabry/Ulrich Offerhaus (Hg.): Im Brennpunkt: Die Septuaginta. Studien zur Entstehung und Bedeutung der Griechischen Bibel [1] (Beiträge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament 153/NF 8,13), Stuttgart 2001, S. 97-114. Erich S. Gruen: The Letter of Aristeas and the Cultural Context of the Septuagint, in: Martin Karrer/Wolfgang Kraus: Die Septuaginta – Texte, Kontexte, Lebenswelten (Tagung von Septuaginta Deutsch, Wuppertal 2006), Tübingen 2008, S. 134-156. Geschichte Universität Duisburg-Essen SoSe 2013 Professor em. Cobet Justus em