Uni-München
14. März 2017Übung Empirische Methoden zur inneren Mehrsprachigkeit standardsprachlichen Kompetenz
Die Übung richtet sich an fortgeschrittene BA Studierende, die sich für die Durchführung eines empirischen (sprachwissenschaftlichen) Forschungsprojektes interessieren. Die Teilnehmer/innen arbeiten gemeinsam an einem Projekt, welches im Rahmen der Übung vorgegeben wird. Hintergrund des (Pilot)projektes Unter innerer Mehrsprachigkeit wird verstanden,...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Übung richtet sich an fortgeschrittene BA Studierende, die sich für die Durchführung eines empirischen (sprachwissenschaftlichen) Forschungsprojektes interessieren. Die Teilnehmer/innen arbeiten gemeinsam an einem Projekt, welches im Rahmen der Übung vorgegeben wird.
Hintergrund des (Pilot)projektes
Unter innerer Mehrsprachigkeit wird verstanden, dass Sprecher/innen in der Regel über mehrere Varietäten einer Sprache verfügen, die sie innerhalb ihres sprachlichen Kontinuums differenziert und situationsangemessen einzusetzen wissen (vgl. Wandruszka 1979). Innersprachliche Mehrsprachigkeit ist im schulischen Kontext z.B. vorhanden, -wenn die durch Sozio- oder Dialekte geprägte sprachliche Praxis von Kindern den in der Schule erwarteten sprachlichen Ausdrucksformen nicht entspricht- (Fürstenau 2009:29). Kinder, die z.B. mit Bairisch bzw. weiteren bairische Varietäten aufwachsen erwerben in der Schule -[d]ie transregionale, transsoziale Kultursprache, […] gewissermaßen [ihre] erste Fremdsprache- (Wandruszka 1979:14f.).Ausgangspunkt der Pilotstudie ist eine im öffentlichen Diskurs noch immer verbreitete Annahme, dass sich ein Dialekt, welcher, wie im Fall des Bairischen, von der Standardsprache nicht nur lexikalisch, sondern auch grammatikalisch stark abweicht, nachteilig auf die im schulischen Kontext zu erwerbende Bildungssprache auswirken könne. Hier werden ähnliche Argumente vorgetragen, die auch im Kontext der vermeintlich negativen Auswirkung des bilingualen Spracherwerbs verbreitet sind. Die Mehrsprachigkeitsforschung zeigt hingegen vielmehr, dass diese Annahme bei weitem keine Berechtigung hat. Im Bereich des -Bidialektismus- gibt es hingegen bis heute keine empirischen Studien, die dies bestätigen oder widerlegen.Im Rahmen der Übung sollen zunächst Unterschiede zwischen dem Bairischen und dem Standarddeutschen herausgearbeitet werden, um auf diesen aufbauend mögliche Analyseschwerpunkte zu untersuchender narrativer Texte zu festzulegen. Im Folgenden werden schriftliche Texte von Schüler/innen, die mit Bairisch als Familiensprache aufwachsen und die in der Schule standardnahes Deutsch lernen, mithilfe eines Transkriptionstools transkribiert und mittels der Analysekriterien untersucht. Die am Ende des Semesters zu ermittelnden Ergebnisse werden zeigen, ob die Fähigkeit eines gelungenen Registerwechsels zwischen Dialekt (Bairisch bzw. weitere bayerische Varietäten) und Standardsprache (Unterrichtssprache) gelingt.
Teilnahmevoraussetzungen (6 ECTS)
Regelmäßige und aktive Teilnahme, Interesse am empirischen Arbeiten, Erarbeitung von Analyseschwerpunkten, Transkription, Annotation und Auswertung von schriftlichen Texten.
Wörfel, Till Julian Nesta
LMU München
WiSe 1415
Koch Nikolas