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Uni-München
14. März 2017

Übung Gender on the move Geschlechtertheoretische Perspektiven auf Migration und Mobilität Gutekunst

Lange Zeit war der Blick in Analysen von Migrationen vor allem auf die Mobilität von Männern gerichtet, während Frauen lediglich eine passive Rolle als -Begleiterinnen- oder -Zurückgebliebene- zugeschrieben wurde. Diese Perspektive hat sich in den letzten zwanzig Jahren vor allem...

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Lange Zeit war der Blick in Analysen von Migrationen vor allem auf die Mobilität von Männern gerichtet, während Frauen lediglich eine passive Rolle als -Begleiterinnen- oder -Zurückgebliebene- zugeschrieben wurde. Diese Perspektive hat sich in den letzten zwanzig Jahren vor allem durch Studien um transnationale Arbeitsmigration verändert: Dabei werden Migrantinnen als aktive Akteurinnen von Globalisierung und Transnationalisierung in den Mittelpunkt gerückt und deren agency und Mobilisierungsstrategien sichtbar gemacht. Diese wissenschaftliche Kehrtwende läuft entgegen aktueller medialer und politischer Diskurse. Hier lässt sich in Debatten – wie zum Beispiel um Menschenhandel oder Frauen aus muslimischen Ländern – nach wie vor eine Viktimisierung von Migrantinnen beobachten. Diese gemachten Bilder von Frauen als -Opfer- werden wiederum genutzt, um restriktive Migrationspolitiken menschenrechtlich zu legitimieren. Gleichzeitig existieren geschlechtsspezifische Rollenbilder und Stereotype gegenüber männlichen Migranten, die zum Beispiel im Kontext von antimuslimischem Rassismus und Debatten um internationalen Terrorismus an den Grenzen Europas wirkmächtig werden. Dieses Themenfeld rückt immer stärker in den Fokus kritischer Männlichkeitsforschung. In diesem Seminar sollen unterschiedliche geschlechtertheoretische Perspektiven auf Migration erarbeitet werden. Dabei wird es zum einen um Routen, Lebenswelten und Strategien von Migrantinnen und deren Innensichten gehen. Außerdem werden vergeschlechtlichte Repräsentationen, Diskurse und Politiken innerhalb von Migrations- und Grenzregimen, sowie strukturelle Ausgrenzungen und Ungleichheiten entlang der Kategorien gender, race und citizenship in den Blick genommen. Die theoretische Annäherung an das Thema bewegt sich zwischen kritischer Migrations- und Grenzregimeforschung sowie feministischer Theorie und Geschlechterforschung. LMU München SoSe 2015 Department Institut für Soziologie