Uni-Essen
14. März 2017Übung Methodenanwendung in Praxisfeldern Neue Wege zum Wieder Einstieg
Das Seminar richtet sich an Studierende, die inhaltlich Interesse an kommunaler Sozialpolitik haben und methodisch Erfahrungen mit der Planung, Durchführung und Auswertung von qualitativen Interviews sammeln möchten. Es steht im Zusammenhang mit einem vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Seminar richtet sich an Studierende, die inhaltlich Interesse an kommunaler Sozialpolitik haben und methodisch Erfahrungen mit der Planung, Durchführung und Auswertung von qualitativen Interviews sammeln möchten. Es steht im Zusammenhang mit einem vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekt -Neue Wege zum (Wieder-) Einstieg. Entwicklung und Erprobung einer systematischen Verknüpfung von arbeitsmarkt- und jugendhilfebezogenen Dienstleistungen auf lokaler Ebene- .
Ziel des Projektes ist es, an 6 Modellstandorten in Nordrhein-Westfalen Konzepte zu erarbeiten und zu erproben, die den beruflichen (Wieder-) Einstieg von Müttern mit kleinen Kindern fördern. Dazu gehört zum einen die Verbesserung der Kooperation von Fachkräften in arbeitsmarkt- und jugendhilfebezogenen Dienstleistungen (Arbeitsvermittler/innen, Fallmanager/innen, Jugendamtsmitarbeiter/innen, Erzieher/innen). Zum anderen sollen neue Wege entwickelt werden, um die Zielgruppe der Mütter zu erreichen.
Zwar gibt es zahlreiche Informations- und Beratungsangebote für potenzielle (Wieder-)Einsteigerinnen. Viele Frauen, insbesondere in schwierigen Lebenssituationen, sind jedoch verunsichert; sie kennen weder Informationsangebote noch Ansprechpartner/innen noch mögliche Wege für einen (Wieder-) Einstieg. Des Weiteren ist gleichzeitig mit der Frage der Integration in den Arbeitsmarkt das Problem der Kinderbetreuung zu lösen, so dass potenzielle (Wieder-)Einsteigerinnen letztlich ein komplexes Bündel an Dienstleistungen benötigen. Für alle Zielgruppen unter den Müttern ist die Kindertageseinrichtung eine Institution, zu der sie über ihre Kinder Zugang und soziale Kontakte haben und der sie oft ein hohes Maß an Vertrauen entgegenbringen. Seit dem Jahr 2006 werden in Nordrhein-Westfalen Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren weiterentwickelt. Familienzentren sollen Bildung, Erziehung und Betreuung mit einem niederschwelligen Angebot zur Förderung und Unterstützung von Kindern und Familien in unterschiedlichen Lebenslagen und mit unterschiedlichen Bedürfnissen verbinden. Im Modellprojekt -Neue Wege- soll die Infrastruktur der Familienzentren für die Arbeitsmarkt- und Berufsorientierung von Müttern genutzt werden.
Anfang 2012 werden die ersten Veranstaltungen und weitere Aktivitäten in Familienzentren stattgefunden haben. Im Rahmen des Seminars sollen qualitative Interviews, vor allem mit Müttern, geführt werden, deren Auswertung in eine erste Evaluation des Projektkonzepts eingehen soll.
Im Wintersemester werden inhaltliche Grundlagen zum Thema erarbeitet (Strukturen der Arbeitsmarktpolitik – SGB II und III –, Frauenerwerbstätigkeit und Berufsrückkehr, kommunale Jugendhilfeverwaltung und Kindertagesbetreuung, Familienzentren), Methodenwissen (qualitative Interviews / Inhaltsanalyse) vermittelt und Gesprächsleitfäden entwickelt. Im Sommersemester erfolgen die Durchführung und Auswertung der Interviews. Die Auswertung wird computergestützt mit Hilfe des Programms MaxQDA vorgenommen.
WICHTIG - bitte vormerken: Geplant ist die Teilnahme an einer Veranstaltung am Freitag, den 10.02.2012.
A.Methoden
Blatter, J.K./Janning, F./Wagemann, C., 2007: Qualitative Politikanalyse. Eine Einführung in Forschungsansätze und Methoden. Wiesbaden (Teil 1 & S. 60-63).
Hermanns, H., 2007: Interviewen als Tätigkeit, in: Flick, U./Kardoff, E. v./Steinke, I. (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 5. Auflage. Reinbek bei Hamburg: 360-369.
Hopf, C., 2007: Qualitative Interviews – Ein Überblick, in: Flick, U./Kardoff, E. v./Steinke, I. (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 5. Auflage. Reinbek bei Hamburg: 349-360.
Mayring, P., 2007: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 9. Auflage. Weinheim (Teil 5).
B.Kommunale Sozialpolitik
Dahme, H.-J., 2008: Lehrbuch Kommunale Sozialverwaltung und Soziale Dienste. Weinheim.
Dahme, H.-J. / Wohlfahrt, N., 2011: Handbuch Kommunale Sozialpolitik . Wiesbaden .
C.Arbeitsmarktpolitik
Bothfeld, S. / Sesselmeier, W. / Bogedan, C. (Hrsg.), 2009: Arbeitsmarktpolitik in der sozialen Marktwirtschaft: vom Arbeitsförderungsgesetz zum Sozialgesetzbuch II und III. Wiesbaden.
Brülle, H., 2011: Fallmanagement im SGB II. Ein kritischer Leitfaden. Frankfurt/ M.
Jaehrling, K. / Rudolph, C. (Hrsg.), 2010: Grundsicherung und Geschlecht: gleichstellungspolitische Befunde zu den Wirkungen von Hartz IV. Münster: Westfälisches Dampfboot. Arbeit, Demokratie, Geschlecht ; 14
Kantel, H.-D., 2007: Grundsicherungsarbeit: Armuts- und Arbeitsmarktpolitik nach Hartz IV. Wiesbaden.
D.Berufsrückkehr / Frauenerwerbstätigkeit
Allmendinger, J., 2009: Berufsrückkehrerinnen: Die Potentiale nicht erwerbstätiger Frauen für den Arbeitsmarkt. 27. März 2009, Düsseldorf. http://www.wiedereinstieg.nrw.de/index.php
BMFSFJ (Hrsg.) , 2009: Evaluationsbericht Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz . Berlin.
Lietzmann, T., 2010: Zur Dauer der Bedürftigkeit von Müttern. Dauer des Leistungsbezugs im SGB II und Ausstiegschancen. (IAB Discussion Paper, 08/2010), Nürnberg.
E. Jugendhilfe / Kindertagesbetreuung
Bußmann, U. / Esch, K. / Stöbe-Blossey, S., 2003: Neue Steuerungsmodelle – frischer Wind im Jugendhilfeausschuss? Die Weiterentwicklung der neuen Steuerungsmodelle: Tendenzen und Potentiale am Beispiel der Jugendhilfe. Opladen.
Esch, K. / Klaudy, E. K. / Stöbe-Blossey, S., 2005: Bedarfsorientierte Kinderbetreuung. Gestaltungsfelder für die Kinder- und Jugendpolitik. Wiesbaden.
Fieseler, G. / Herborth, R., 2010: Recht der Familie und Jugendhilfe. Arbeitsplatz Jugendamt / Sozialer Dienst . 7. Auflage. München.
Münder, J., 2011: Handbuch Kinder- und Jugendhilferecht. Baden-Baden.
F. Familienzentren
MGFFI (Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen), 2007: Das Gütesiegel Familienzentrum NRW. Zertifizierung der Piloteinrichtungen. Autoren: Stöbe-Blossey, S. / Strotmann, M. / Tietze, W.. Düsseldorf (weitere Auflagen; Aktualisierung 2010 unter
www.familienzentrum.nrw.de/fileadmin/documents/pdf/09_Guetesiegel_Einzel.pdf
Stöbe-Blossey, S., 2010: Familienzentren in Nordrhein-Westfalen. Neue Wege in der Erbringung und Steuerung sozialer Dienstleistungen, in: Sozialer Fortschrift 4: 113-118.
www.familienzentrum.nrw.de (Internet-Seite des Landes NRW mit allen wesentlichen Informationen für Familienzentren)
http://www.paedquis.de/index.php?option=com_content&view=article&id=86&Itemid=101 (enthält die Berichte der wissenschaftlichen Begleitung zum Projekt -Familienzentrum- sowie aktuelle Informationen zum Zertifizierungsverfahren)
Sozialwissenschaften
1. Semester: Referat mit Thesenpapier;
2. Semester: Teilnahme an Projekt-Veranstaltungen, Durchführung, Protokollierung/Transkription und Auswertung von Interviews; Mitwirkung an der Erstellung eines Gesamtberichts
Universität Duisburg-Essen
WS 2011/12
Powi B.A., Politikwissenschaft (Bachelor of Arts)
Prof. Dr.
Stöbe Blossey Sybille