Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Essen
14. März 2017

Übung Übung Mittelalter Lebensformen im Mittelalter

Fragt man nach den unterschiedlichen Lebensformen im Mittelalter, so fallen den meisten Menschen zunächst folgende Personen ein: Adelige, Ritter, Mönche, Bauer. Allein diese genannten Personengruppen weisen schon eine so große Ungleichheiten auf, die in der Regel auf sozialen und wirtschaftlichen...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Fragt man nach den unterschiedlichen Lebensformen im Mittelalter, so fallen den meisten Menschen zunächst folgende Personen ein: Adelige, Ritter, Mönche, Bauer. Allein diese genannten Personengruppen weisen schon eine so große Ungleichheiten auf, die in der Regel auf sozialen und wirtschaftlichen Unterschieden basierten, dass man freilich nicht von einer einheitlichen mittelalterlichen Gesellschaft sprechen kann. Vielmehr wurde die Gesellschaft des Mittelalters durch zahlreiche – zum Teil sehr verschiedene - soziale Gruppen geprägt. die sich durch ihnen eigene Lebensordnungen und Normen auszeichneten. Ausgehend von den naturgeographischen Vorraussetzungen und den Grundbedingungen menschlicher Existenz (Zeit und Raum) sollen die mittelalterlichen Lebensumstände der -bäuerlichen- Bevölkerung, die sich zum großen Teil in einem grundherrschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis befand, untersucht werden. Aufbauend auf der Grundlage der Quellen soll danach gefragt werden, welche sozialen Strukturen sich in biologischen Verwandtschaftsgruppen oder in -sozialen Verwandtschaften- erkennen lassen. Hierbei richtet sich der Blick auf das breite Spektrum von weiteren Lebensformen, die das Mittelalter hervorgebracht hat: das Leben als Mönch in einer geistlichen Klostergemeinschaft (Benediktiner, Bettelmönch, weibliche Religiösität), das Leben in einer mittelalterlichen Adelsgesellschaft (höfische Kultur, Leben auf der Burg, Rittertum). Schließlich wird das Leben in der mittelalterlichen Stadt in den Blick genommen. Der Lebensraum Stadt wiederum hat neue soziale Gruppen mit eigenen -Lebensformen- hervorgebracht. So lag die politische Einflussnahme in den städtischen Gremien in den Händen von einigen wenigen reichen Familien (Stadtpatriziat). Sie allein stellten Bürgermeister und Ratsmitglieder und bestimmten so die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Ausrichtung der städtischen Gemeinschaft. Darüber hinaus organisierten sich etwa die Handwerker in eigenen Zunftgemeinschaften. In der Stadt finden sich aber auch immer Außenseiter und Angehörige von Randgruppen. Ausgehend von den Gesellschaftsordnungen und Lebensformen werden grundlegende Merkmale der mittelalterlichen Geschichte vermittelt. Arno Borst: Lebensformen im Mittelalter, Frankfurt 1973 (zahlreiche weitere Auflagen). Ernst Schubert: Alltag im Mittelalter. Natürliches Lebensumfeld und menschliches Miteinander, Darmstadt ²2012. Geschichte Universität Duisburg-Essen WiSe 2015/16 M.A Fischer Thorsten M.A