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Uni-Siegen
15. März 2017

Urbane Räume im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit

Zu den auffallendsten Merkmalen des abendländischen Mittelalters zählt die Ausbildung der Stadt als eines eigenständigen und von der ländlichen Umgebung abgegrenzten Rechtsbezirks. Das Seminar möchte anhand ausgewählter erzählender und normativer Quellen, aber auch historischer Stadtgrundrisse einen gegründeten Überblick geben über...

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Zu den auffallendsten Merkmalen des abendländischen Mittelalters zählt die Ausbildung der Stadt als eines eigenständigen und von der ländlichen Umgebung abgegrenzten Rechtsbezirks. Das Seminar möchte anhand ausgewählter erzählender und normativer Quellen, aber auch historischer Stadtgrundrisse einen gegründeten Überblick geben über das Erscheinungsbild und die Stadtgestalt wichtiger Städtetypen des Mittelalters und der Renaissance: der ottonischen Bischofsstadt, der hochmittelalterlichen Gründungsstadt und der spätmittelalterlichen Hanse- bzw. Handelsstadt; Ausblicke sollen der Residenzstadt Prag und der Planstadt Pienza gelten. Zugleich wird exemplarisch die bewußte »stadtplanerische« Gestaltung einiger wichtiger Elemente der abendländischen Stadt vor Augen geführt werden, die den städtischen Raum im Mittelalter und in der frühen Neuzeit geprägt haben. Zur Sprache gebracht werden sollen insbesondere der Kathedralbezirk (stellvertretend für die Bedeutung des Sakralraums im städtischen Leben des Mittelalters), ferner Stadtmauer und Stadttor, aber auch Marktplatz und Rathaus sowie Brücken und die Gebäude der Sozialfürsorge; für die frühe Neuzeit kommen noch die Palast- bzw. Residenzbauten hinzu. Ein besonderer Abschnitt wird dem mittelalterlichen Rombild auf Siegeln und Goldbullen gewidmet sein. Zur Vorbereitung auf die Examensklausur ist außerhalb der Sitzungen zusätzlich die Lektüre weiterer Literaturtitel über die im Seminar behandelten Städte erforderlich. Da es bei Seminaren über stadtgeschichtliche Themen erfahrungsgemäß große Mühe bereitet, den Einzelfall in den allgemeinhistorischen Zusammenhang einzuordnen, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehalten sein, die wichtigsten Daten und Strukturen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte begleitend zum Seminar eigenständig zu wiederholen.

Edith Ennen: Die europäische Stadt des Mittelalters, Göttingen 1972, 4. Aufl. 1987. - Cord Meckseper: Kleine Kunstgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter, Darmstadt 1982. - Hans Kurt Schulze: Grundstrukturen der Verfassung im Mittelalter, Bd. 2 (Urban-Taschen­bü­cher 372), Stuttgart 1986, S. 127-205 (Kap. IV: »Die Stadt«). - Eberhard Isenmann: Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150-1550, Wien 2012. Historisches Seminar Von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden die regelmäßige Mitarbeit und die mündliche Beteiligung sowie die Vorbereitung von Sitzung zu Sitzung einschließlich kleinerer Hausaufgaben erwartet. Ausschließlich den Studierenden, die durch ihre Beiträge zu den Diskussionen im Seminar ihre Kenntnisse sowohl von den besprochenen Quellen als auch von den Grunddaten und zentralen Begriffe der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte nachweisen, kann die Studienleistung im Umfang von max. 2 KP/LP bestätigt werden. - Bitte beachten Sie: Eine benotete Studienleistung bzw. eine Studienleistung im Umfang von 3 LP und/oder eine Hausarbeit als Prüfungsleistung sind in diesem Seminar nicht vorgesehen. Sollten sie dennoch benötigt werden, so ist es unumgänglich, sich vor (!) der Anmeldung zu diesem Seminar mit mir schriftlich per E-Mail in Verbindung zu setzen; sonstige Anmeldungen werden nicht berücksichtigt. Universität Siegen SoSe 2016 Dr. des. Schuffels Christian