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Uni-Siegen
14. März 2017

Verkehrsmittel und systeme als Medien in einer amodernen Geschichte der Medientechnik

Das Seminar begreift Verkehrsmittel auf zweierlei Weise: 1. soll Medientechnikgeschichte an Hand von einzelnen Verkehrs- und Transportmitteln (Eisenbahn, Schiff, Auto z. B.) und Verkehrssystemen, Logistiken und Infrastrukturen (Post und Rohrpost, Straßenverkehr, Internet) in insbesondere mit Blick auf Praktiken ihrer Verwendung...

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Das Seminar begreift Verkehrsmittel auf zweierlei Weise: 1. soll Medientechnikgeschichte an Hand von einzelnen Verkehrs- und Transportmitteln (Eisenbahn, Schiff, Auto z. B.) und Verkehrssystemen, Logistiken und Infrastrukturen (Post und Rohrpost, Straßenverkehr, Internet) in insbesondere mit Blick auf Praktiken ihrer Verwendung als (Transport-/Übertragungs-/Kommunikations)Medien erarbeitet werden. 2. werden diese Verkehrsmittel zugleich auch übertragen verstanden und zwar als Mittel im Sinne von Protagonisten, Figuren oder zentralen Gegenständen, die dazu verwendet werden können, eine innovative Medientechnikgeschichte zu erzählen, die keine Fortschrittsgeschichte mehr sein will. Im Seminar wollen wir gemeinsam erproben und diskutieren, was dabei herauskommt, wenn man dem in jüngerer Zeit von einigen Autoren inspiriert durch Bruno Latour skizzierten Konzept der so genannten Amoderne gemäß, Mediengeschichte neu rekonstruiert. Die Amoderne versteht sich im Unterschied zur Postmoderne nicht als Nachfolgerin der Moderne, sondern als eine grundsätzlich andere Perspektive auf die Geschichte, die nicht mehr der modernen Vorstellung von (Fortschritts)Geschichte folgt, nach der ein gewisser Teil der europäisch geprägten Welt geglaubt hat, modern zu sein und sich auf einer anderen Stufe geschichtlicher Entwicklung zu befinden als der Rest der Welt. Die hier eingenommene Perspektive auf Mediengeschichte ist nicht nur innovativ sondern zugleich auch klassisch, da sie bereits von einem der Gründerväter der Medienwissenschaft Marshall McLuhan betrieben worden ist, so dass wir auch etwas über die Fachgeschichte der Medienwissenschaft lernen. -Christoph Neubert/Gabriele Schabacher: Verkehrsgeschichte und Kulturwissenschaft, Analysen an der Schnittstelle von Technik, Kultur und Medien, Bielefeld 2013. -Schüttpelz, Erhard: Elemente einer Akteur-Medien-Theorie, (Einleitung) in: Tristan Thielmann/Erhard Schüttpelz/Peter Gendolla: Akteur-Medien-Theorie, Bielefeld 2011. (-Marshall McLuhan: Die Magischen Kanäle, Understanding Media, [1964] Dresden, Basel 1995. -Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen, Berlin 2008.) Medienwissenschaftliches Seminar Universität Siegen SoSe 2013 M.A. Sittler David M.A