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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Vertiefungsseminar Familien und Lebensformen in Europa Diversität und Wandel

In den vergangenen ca. 10 Jahren und auch zuletzt ist es in zahlreichen Ländern zu zum Teil erbitterten Auseinandersetzungen um die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare gekommen. An diesem moralischen Streitthema kann eine Leitfrage des Seminars -Wer ist bzw. zählt als Familie-...

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In den vergangenen ca. 10 Jahren und auch zuletzt ist es in zahlreichen Ländern zu zum Teil erbitterten Auseinandersetzungen um die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare gekommen. An diesem moralischen Streitthema kann eine Leitfrage des Seminars -Wer ist bzw. zählt als Familie- besonders deutlich gemacht werden. Dennoch gibt es auch zahlreiche andere Veränderungen von Familienformen, die bereits zuvor zu Diversität und Pluralisierung beigetragen haben. Diese mikrosozialen wie sozialstrukturellen Veränderungen sollen im Seminar im Zusammenhang diskutiert werden. Das soziologische Masterseminar widmet sich aus der Perspektive der Differenzierungstheorie und der Pluralisierung von Lebensformen Prozessen bei der Herausbildung von (neuen) Familienformen und untersucht diese auf der Basis theoretischer und empirischer Studien. Nach einer grundständigen Einführung in Familienkonzepte und der Darstellung der sozialstrukturellen Wandlungen der Familie im 20. Jahrhundert werden bestimmte Entwicklungen genauer betrachtet. Neben (normativen) Familienkonzepten und strukturellen Wandlungen werden eine Reihe von Wandlungstendenzen erörtert: Scheidung und Wiederverheiratung, Patchworkfamilien und Stiefkinder, Adoption und Leihmutterschaft und schließlich die als Aufhänger dienende gleichgeschlechtliche Elternschaft, die auch im Kontext der (für verschiedene Paarkonstellationen relevanten) künstlichen Befruchtung diskutiert wird. Schließlich lernen Sie daneben auch verschiedene gebräuchliche Methoden und Datenquellen der Familiensoziologie kennen.   Teil I: Familie, Familienkonzepte und Familialismus   • (Sitzung von 16.30 bis ca. 18.00 Uhr) 1: Die Gattenfamilie, die moderne Kleinfamilie und die Pluralisierung von Familienfomen   Lehrbuchtext 1: Peuckert 2012, Kap. 3 (S. 11-28) Lehrbuchtext 2: Hill/Kopp 2013, Kap. 4 Basistexte: Wagner, Michael. 2010. Emile Durkheim. In Die Geschichte der Familiensoziologie in Portraits, Hrsg. Rosemarie Nave-Herz, 35-56. Würzburg: Ergon; Beck-Gernsheim, Elisabeth. 1996. Nur der Wandel ist stabil. Zur Dynamik der Familienentwicklung. Familiendynamik 21, 284-304. VT: Peter, Corinna. 2012. Familie worüber sprechen wir überhaupt? In Mutter + Vater = Eltern?, Hrsg. Karin Böllert und Corinna Peter, 17-32. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.   2: Wandel von und Diversität in Familienbeziehungen (Referat zum VT+LB2+LB3: N.N.)   Lehrbuchtext 1: Huinink/Konietzka 2007, S. 24-40, 75-99. Lehrbuchtext 2: Peuckert 2012, Kap. 21.1-21.2 (S. 659-670) Lehrbuchtext 3: Chambers 2012, Kap. 2 (S. 34-54) Basistext: Wagner, Michael, Gabriele Franzmann, und Johannes Stauder. 2001. Neue Befunde zur Pluralität der Lebensformen. Zeitschrift für Familienforschung 13, 52-73.   VT: Chambers, Deborah. 2012. A Sociology of Family Life. Change and Diversity in Intimate Relations. Cambridge: Polity Press, Kap. 1 (S. 14-33), Kap. 2 (S. 34-54)     Teil II: Geburtenziffern und Familienverhältnisse im 20. Jahrhundert in Europa   4: Geburtenziffern und Familienverhältnisse (Referat zum VT+LB2: N.N.)   Lehrbuchtext 1: Peuckert 2012, Kap. 7.1-7.4 (S. 163-220) Lehrbuchtext 2: Klein 2005, Kap. 2.3.1 (S. 62-80) Basistext: Klein, Thomas. 1993. Bildungsexpansion und Geburtenrückgang. In Der Familienzyklus als sozialer Prozeß. Bevölkerungssoziologische Untersuchungen mit den Methoden der Ereignisanalyse, Hrsg. Andreas Diekmann und Stefan Weick, 285-307. Berlin: Duncker & Humblot. VT: Kreyenfeld, Michaela, und Dirk Konietzka. 2004. Anpassung oder Verfestigung von Differenzen? Geburtenentwicklung und Familienformen in Ost- und Westdeutschland. MPIDR Working Paper 2004-025: Max-Planck-Institut für demografische Forschung. http://www.demogr.mpg.de/papers/working/wp-2004-025.pdf     5: Elternschaft, Fertilität und Geschlecht (Referat zum VT+LB1: N.N.)   Lehrbuchtext 1: Peuckert 2012, Kap. 7.5-7.8 (S. 221-248) Lehrbuchtext 2: Klein 2005, Kap. 2.3.1-2.3.3 (S. 80-84) Basistext: Bauer, Gerrit, und Marita Jacob. 2010. Fertilitätsentscheidungen im Partnerschaftskontext. Eine Analyse der Bedeutung der Bildungskonstellation von Paaren für die Familiengründung anhand des Mikrozensus 19962004. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 62, 31-60. VT: Eckhard, Jan, und Thomas Klein. 2012. Rahmenbedingungen, Motive und die Realisierung von Kinderwünschen. In Zeit, Geld, Infrastruktur - zur Familienpolitik der Zukunft. Soziale Welt, Sonderband 19, Hrsg. Hans Bertram und Martin Bujard, 231-254. Baden-Baden: Nomos.   6: Funktionale Differenzierung und familialer Wandel (Referat zum VT+LB1: N.N.)   Lehrbuchtext 1: Klein 2005, Kap. 3 (S. 134-169; S. 182-207) Lehrbuchtext 2: Peuckert 2012, Kap. 21.3-21.4 (S. 670-674) Basistext: Rothenbacher, Franz. 1987. Haushalt, funktionale Differenzierung und soziale Ungleichheit. Zeitschrift für Soziologie 16, 450-466. VT: Klein, Thomas, und Wolfgang Lauterbach, Hrsg. 1999. Nichteheliche Lebensgemeinschaften. Analysen zum Wandel partnerschaftlicher Lebensformen. Opladen: Leske + Budrich.   Teil III: Scheidung, Wiederheirat, Ein-Elternteil-Familien und Stieffamilien   7: Scheidung und Wiederheirat (Referat zum VT+LB1: N.N.)   Lehrbuchtext 1: Peuckert 2012, Kap. 10 (S. 301-344) Lehrbuchtext 2: Klein 2005, Kap. 3 (S. 208-220) Basistext: Klein, Thomas. 1990. Wiederheirat nach Scheidung in der Bundesrepublik. Eine empirische Überprüfung bislang vorliegender Theorieansätze aus der Perspektive des Lebensverlaufs. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 42, 60-80. VT: Walper, Sabine. 2002. Einflüsse von Trennung und neuer Partnerschaft der Eltern - ein Vergleich von Jungen und Mädchen in Ost-und Westdeutschland. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 22, 25-46.   8: Ein-Elternteil-Familien (Alleinerziehende) (Referat zum VT+LB: N.N.)   Lehrbuchtext: Peuckert 2012, Kap. 11 (S. 345-380) Basistext: Napp-Peters, Anneke. 1985. Ein-Elternteil-Familien. Soziale Randgruppe oder neues familiales Selbstverständnis? Weinheim, München: Juventa. Kap. 2, S. 45-74. VT: Lansford, Jennifer E, Rosario Ceballo, Antonia Abbey, und Abigail J. Stewart. 2001. Does Family Structure Matter? A Comparison of Adoptive, Two-Parent Biological, Single-Mother, Stepfather, and Stepmother Households. Journal of Marriage and the Family 63, 840-851.   9: Stieffamilien und Patchworkfamilien (Referat zum VT+LB: N.N.)   Lehrbuchtext: Peuckert 2012, Kap. 12.1-12.2 (S. 381-398) Basistext: Steinbach, Anja. 2008b. Stieffamilien in Deutschland. Ergebnisse des Generations and Gender Survey' 2005. Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft 33, 153-180. VT: Klaus, Daniela, Bernhard Nauck, und Anja Steinbach. 2012. Relationships to Stepfathers and Biological Fathers in Adulthood: Complementary, Substitutional, or Neglected? Advances in Life Course Research 17, 156-167.   Teil IV: Neue Leitbilder der Vaterschaft und Großelternschaft   10: Neue Leitbilder der Vaterschaft? (Referat zum VT+LB: N.N.) Lehrbuchtext: Peuckert 2012, Kap. 16 (S. 507-524) Basistext: Meuser, Michael. 2012. Vaterschaft im Wandel. In Mutter + Vater = Eltern? Hrsg. Karin Böllert und Corinna Peter, 62-80. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. VT: Williams, Stephen. 2008. What is Fatherhood? Searching for the Reflexive Father. Sociology 42, 487-502.   11: Familiale Mehrgenerationenbeziehungen: Großelternschaft (Referat zum VT+LB: N.N.)   Lehrbuchtext: Peuckert 2012, Kap. 19 (S. 593-640) Basistext: Arránz Becker, Oliver, und Anja Steinbach. 2012. Beziehungen zwischen Großeltern und Enkelkindern im Kontext des familialen Beziehungssystems. Comparative Populations Studies - Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft 37, 517-542. VT: Bengston, Vern L. 2001. Beyond the Nuclear Family. The Increasing Importance of Multigenerational Bonds. Journal of Marriage and the Family 63, 1-16.   Teil V: Gleichgeschlechtliche Elternschaft, künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft   12: Gleichgeschlechtliche Elternschaft (Referat zum VT+LB: N.N.)   Lehrbuchtext: Peuckert 2012, Kap. 18.3-18.4 (S. 573-592) Basistext: Stacey, Judith, und Timothy J. Biblarz. 2001. (How) Does the sexual orientation of parents matter. American Sociological Review 66, 159-183. VT: Donovan, Catherine. 2000. Who needs a father? Negotiating biological fatherhood in British lesbian families using self-insemination. Sexualities 3, 149-164.   13: Künstliche Befruchtung (Referat zum VT+LB2: N.N.)   Lehrbuchtext 1: Peuckert 2012, Kap. 12.3-12.4 (S. 398-404) Lehrbuchtext 2: Chambers 2012, Kap.8 (S. 154-162) Basistext: Snowden, Robert, und Elizabeth Snowden. 1998. Families created through donor insemination. In Donor Insemination. International Social Science Perspectives, Hrsg. Ken R. Daniels und Erica Haimes, 33-52. Cambridge: Cambridge University Press. S. 33-52. VT: Haimes, Erica, und Kate Weiner. 2000. Everybody's got a dad'. Issues for lesbian families in the management of donor insemination. Sociology of Health & Illness 22, 477-499.   14: Leihmutterschaft (Referat zum VT: N.N.)   Basistext: Edwards, John N. 1991. New Conceptions. Biosocial Innovations and the Family. Journal of Marriage and Family 53, 349-360. VT: Ziehl, Susan C. 1992. Surrogacy. A sociological perspective with reference to South Africa. South African Journal of Sociology 23, 40-45.   Abschlussdiskussion Im Seminar verwendete Lehrbücher: Chambers, Deborah 2012: A Sociology of Family Life. Change and Diversity in Intimate Relations. Polity Press. Hill, Paul B, und Johannes Kopp. 2013. Familiensoziologie. Grundlagen und theoretische Perspektiven. 5. grundl. überarb.Aufl. Wiesbaden: Springer: http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-531-94269-8/page/1 (HHU-Netz). Huinink, Johannes, und Dirk Konietzka. 2007. Familiensoziologie. Eine Einführung. Frankfurt, M, New York: Campus. (Lehrbuchsammlung (soz o58\0009) Klein, Thomas 2005: Sozialstrukturanalyse. Eine Einführung. Reinbek b.H.: Rowohlt Peuckert, Rüdiger. 2012. Familienformen im sozialen Wandel. 8. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften: http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-531-19031-0/page/1 (HHU-Netz). Bemerkung Das Seminar (2SWS) findet alle zwei Wochen vierstündig 16.30-19.45 Uhr statt. Geplante Termine: 2016: 20.10. 3.11. 17.11. 1.12. 15.12. 2017: 5.1. 19.1. 2.2. Leistungsnachweis Die Anforderungen für den BN sind ein Referat (20-25 Min.; keine Gruppenreferate) und zwei schriftliche Aufgaben (2-2,5 Seiten). Diese stellen kritische Reading Diaries zu den Basistexten dar, die vor der Sitzung zu bearbeiten und in der Sitzung ausgedruckt abzugeben sind. Die Texte werden in ILIAS bereitgestellt.   Die Auswahl und Vorbesprechung der Referatsthemen kann ab dem 26.9.2016 erfolgen. Zum Referat ist jeweils mindestens ein Vertiefungstext und ein Lehrbuchauszug zu berücksichtigen. Zuvor werde ich Ihnen den Verlaufsplan mit Literaturangaben per E-Mail zukommen lassen.    Die AP-Leistung ist eine schriftliche Hausarbeit (keine Gruppenarbeiten) von 12-15 S. zu einem Thema aus dem Seminarkontext. Die Themenabsprache kann ab dem 8.12.2016 und sollte bis spätestens 26.1.2017, erfolgen. Spätester Abgabetermin für das Exposé zur Hausarbeit ist der 2.2.2017. Anmeldefrist für die AP ist der 16.1.2017. Offizieller Themenausgabetermin: 17.2.2017. Die Abgabe der Hausarbeit muss bis 31.3.2017 erfolgen. Sozialwiss. - Medien,Pol. (BA, PO 2011) H Die Anforderungen für den BN sind ein Referat (20-25 Min.; keine Gruppenreferate) und zwei schriftliche Aufgaben (2-2,5 Seiten). Diese stellen kritische Reading Diaries zu den Basistexten dar, die vor der Sitzung zu bearbeiten und in der Sitzung ausgedruckt abzugeben sind. Die Texte werden in ILIAS bereitgestellt.   Die Auswahl und Vorbesprechung der Referatsthemen kann ab dem 26.9.2016 erfolgen. Zum Referat ist jeweils mindestens ein Vertiefungstext und ein Lehrbuchauszug zu berücksichtigen. Zuvor werde ich Ihnen den Verlaufsplan mit Literaturangaben per E-Mail zukommen lassen.    Die AP-Leistung ist eine schriftliche Hausarbeit (keine Gruppenarbeiten) von 12-15 S. zu einem Thema aus dem Seminarkontext. Die Themenabsprache kann ab dem 8.12.2016 und sollte bis spätestens 26.1.2017, erfolgen. Spätester Abgabetermin für das Exposé zur Hausarbeit ist der 2.2.2017. Anmeldefrist für die AP ist der 16.1.2017. Offizieller Themenausgabetermin: 17.2.2017. Die Abgabe der Hausarbeit muss bis 31.3.2017 erfolgen. Universität Düsseldorf WiSe 2016/17 Dr. Beckers Tilo