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Uni-Siegen
14. März 2017

Vom Reich der Karolinger zum Deutschen Reich König Ludwig der Deutsche 826-876 und seine Zeit

Das Proseminar wird sich mit einem bedeutenden Weichensteller für die mittelalterliche deutsche Geschichte beschäftigen: mit König Ludwig dem Deutschen (* um 806, König seit 826, † 876). Nach dem Tod Kaiser Karls des Großen († 814) flammten unter seinem Sohn...

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Das Proseminar wird sich mit einem bedeutenden Weichensteller für die mittelalterliche deutsche Geschichte beschäftigen: mit König Ludwig dem Deutschen (* um 806, König seit 826, † 876). Nach dem Tod Kaiser Karls des Großen († 814) flammten unter seinem Sohn Ludwig dem Frommen († 840) die Auseinandersetzungen innerhalb der Herrscherfamilie wieder auf, weil dessen Söhne nach überkommener karolingischer Tradition ihren Erbteil an der Macht und am Reich beanspruchten. Die Reichsteilungen von 843 und von 870 (Verträge von Verdun und von Meerssen) sind wichtige Stationen auf dem Weg zur Ausbildung selbständiger Staaten auf dem Gebiet des fränkischen Großreichs und von zentraler Bedeutung für die Geschichte Europas im Mittelalter. Ludwig, der als Kind seinen Großvater Karl den Großen noch hat kennenlernen und beeindrucken können, wurde von seinem Vater Ludwig dem Frommen lediglich mit dem peripheren Reichsteil Bayern bedacht, erstritt sich aber nach blutigen und erbittert geführten militärischen Auseinandersetzungen in den genannten Verträgen schließlich die östliche Hälfte des Frankenreiches und wurde deshalb bereits von den Zeitgenossen (wenn auch nicht im offiziellen Sprachgebrauch) als »der Deutsche« bezeichnet (»Germanicus«). Sowohl kulturell als auch in den Verwaltungsstrukturen hinkte Ludwigs Königreich, aus dem später die europäische Hegemonialmacht des hohen Mittelalters hervorgehen sollte, deutlich den westfränkischen und italischen Reichsteilen hinterher. In seiner langen, ziemlich genau ein halbes Jahrhundert umfassenden Herrschaft hat Ludwig der Deutsche, der mehr an eisernen Schwertern als an Gold und Silber interessiert gewesen sein soll und von Geistlichen einen rechtschaffenen Lebenswandel verlangte, insbesondere die Gefahr bannen können, die der langen Ostgrenze seines Reiches drohte, und er hat diesen Nachteil sogar insofern in einen Vorteil umgemünzt, als er die Gefolgsleute seiner Expansion aus reicher Beute belohnte und an sich band. In dem Proseminar sollen anhand ausgewählter Quellen sowohl der Aufstieg Ludwigs des Deutschen zum König als auch seine Klosterpolitik zur Sprache kommen. Zugleich werden die Methoden der Quelleninterpretation und die Benutzung grundlegender Hilfsmittel der Geschichtswissenschaft eingeübt. Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004. – Ahasver von Brandt: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die historischen Hilfswissenschaften (Urban-Bücher bzw. Kohlhammer-Taschenbücher 33), Stuttgart 1958, 17. Aufl. 2008. – Zur Einführung in das Thema siehe Wilfried Hartmann: Ludwig der Deutsche, Darmstadt 2002. – Boris Bigott: Ludwig der Deutsche und die Reichskirche im Ostfränkischen Reich (826–876) (Historische Studien 470), Husum 2002. – Ludwig der Deutsche und seine Zeit, hrsg. von Wilfried Hartmann, Darmstadt 2004. Schuffels, Christian, Dr. des. Von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden die regelmäßige Mitarbeit und die mündliche Beteiligung sowie die Vorbereitung von Sitzung zu Sitzung einschließlich kleinerer Hausaufgaben erwartet. Die Studienleistung wird darüber hinaus aufgrund von drei schriftlichen Hausaufgaben, die termingerecht vorzulegen sind, und zusätzlich einer bestandenen Lernkontrolle bescheinigt. Für die Bescheinigung der Prüfungsleistung ist die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit im Anschluß an das Proseminar erforderlich, die bis Ende März 2015 eingereicht werden sollte. Universität Siegen WiSe 2014/15 Kleider machen Leute Eine Modegeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit